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Krankenhausplanung Flensburg : „Im Slalom durchs Gewerbegebiet“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Krankenhausplanung: Kritische Stimmen an den derzeit diskutierten Zufahrten – auch die Peelwattbrücke soll wohl einem Neubau weichen

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 06:37 Uhr

Die Flensburger Politik bewegt sich weiter geradlinig Richtung Krankenhausneubau am Standort Peelwatt: In einer gemeinsamen Sitzung stimmten am Mittwochabend zunächst der Gesundheitsausschuss (einstimmig bei einer Enthaltung) und danach der Planungsausschuss (mit neun Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einer Gegenstimme) für diesen Standort.

Dabei gibt es vor allem beim Thema Verkehr auch kritische Stimmen, wie CDU-Planungsausschussmitglied Kurt Neumann mit seiner Nein-Stimme deutlich machte: „Mein Hauptpunkt ist die verkehrliche Erschließung.“ Er sei nicht bereit, für eine Slalomfahrt durchs Gewerbegebiet Peelwatt“ zu stimmen, sagte Neumann weiter: „Ich plädiere, das Thema Osttangente nochmal aufzugreifen.“

Für die Grünen erklärte Stefan Thomsen, dass man bis zum Aufstellungsbeschluss der neuen Bauplanung noch einen Katalog mit den kritischen Punkten zusammenstellen wolle, schließlich hätten die Grünen für den Standort Peelwatt schon etliche Bedenken aus Umweltperspektive zurückgestellt. Ein Vorschlag von seinem Fraktionskollegen Pelle Hansen: Der ruhende Verkehr könne im Peelwatt-Gleisdeieck (siehe Grafik) Platz finden.

Für Oberbürgermeisterin Simone Lange, ihre Planer und die Fraktionsspitzen ist die Osttangente derzeit keine Option mehr, wie sie gestern auf Tageblatt-Nachfrage erklärte: „Für uns steht im Fokus, die Ökokontoflächen zu erhalten und ein Konzept mit den Kleingärten.“ Da alle diese Flächen im östlichen Teil des gut zwölf Hektar großen Geländes liegen, wäre eine Zufahrt direkt von der Osttangente ausgeschlossen.

Über die Eckernförder Landstraße blieben aber zwei Möglichkeiten – entweder über den Marie-Curie-Ring und das Gewerbegebiet Peelwatt auf die alte Straße Peelwatt – oder direkt von der Eckernförder auf die frühere Peelwattstrecke, deren südlichster Teil derzeit aber nur noch ein breiter Radweg ist. Vor allem als Rettungszufahrt sieht Lange aber auch die Option vom Munketoft über die zwar alte, aber bereits vor wenigen Jahren komplett modernisierte Peelwattbrücke. Hier gehen Langes Planer um Peter Schroeders davon aus, dass die aktuelle Brücke aber nicht belastbar genug sein dürfte – und bringen einen Neubau der Peelwattbrücke über das Kieler Bahngleis ins Gespräch. Lange verwies gestern aber darauf, dass man sich noch im Stadium der Vorplanung befinde: „Wir müssen bereit sein, dann nochmal alle Optionen zu prüfen.“

Planer Schroeders skizzierte im Ausschuss allerdings den ehrgeizigen Zeithorizont so: 2020 könnte Baubeginn sein, damit das neue Klinikum im Jahr 2024 oder 2025 ans Netz gehen darf.

Hubschrauber-Belastung für Flensburger Wohngebiete erwarten die Planer – im Gegensatz zum heutigen historischen Standort – nicht: „Die überwiegende Flugrichtung ist von Süden und von Westen“, sagte Peter Schroeders.

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