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Ruderklub Flensburg : Im Ruderboot durch fünf Bundesländer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens wiederholt der Ruderklub Flensburg eine historische Fahrt von Spandau nach Flensburg.

„Im Ruderboot durch den Eisernen Vorhang“ – so titelte das Flensburger Tageblatt vom Mittwoch, 26. April 1950. Damals wurden zwei nagelneue Boote vom Ruderklub Spandau in abenteuerlicher Fahrt auf dem Wasserweg bis nach Hamburg gerudert und dann per Anhänger nach Flensburg gebracht. Dabei galt es, einige Abenteuer wie schlechtes Wetter oder eine Verhaftung in der DDR zu bewältigen.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Ruderklubs Flensburg entstand die Idee, die Fahrt aus dem Jahr 1950 zu wiederholen. Am 30. September 2014 war es nach einjähriger Vorbereitung endlich soweit: Das Kernteam, bestehend aus Dorothea Dölle, Bettina Hansen, Helmut Holle und Heino Hansen, nahm sich drei Wochen Urlaub für das große Projekt und begab sich auf große Fahrt. Vier Ruderer machen jedoch noch keinen gesteuerten Vierer aus, also wurde das Kernteam immer tageweise durch andere Mitglieder des Ruderklubs Flensburg und befreundeter Vereine aus Berlin ergänzt. Das Altersspektrum der Unterstützer reichte von 44 bis 77 Jahren. Zusätzlich begleitete ein Fahrer im Wohnmobil als Landteam das Boot, um in der Mittagspause als Verpflegungsstation zu dienen und die Ruderer abends in die Unterkunft zu fahren. Übernachtet wurde auf dem Weg in Ruderklubs, Ferienwohnungen, Jugendherbergen sowie bei Freunden in Privatwohnungen.

Die Route verlief zuerst entlang der 1950 gefahrenen Strecke. Vom Spandauer Ruderklub Friesen, dem Rechtsnachfolger des damaligen Ruderklub Spandau, ging es über den Wannsee und die Havel bis hin zur Elbe. Der Elbe folgte das Flensburger Team über Tangermünde, Schnackenburg und Hitzacker bis nach Lauenburg. Ab hier wurde vom ursprünglichen Weg abgewichen. Damals endete die Fahrt in Hamburg, während jetzt über den Elbe-Lübeck-Kanal über Lübeck bis zur Ostsee und nach Travemünde weiter gerudert wurde.

Bis hierhin unterschied sich diese Fahrt kaum von einer normalen Wanderfahrt. Strahlender Sonnenschein und wunderbares Wetter bräunten die Gesichter der Ruderer und ließen Urlaubsstimmung aufkommen. Auch der erste Tag auf der Ostsee von Travemünde bis nach Grömitz gestaltete sich schön wie der Rest der Fahrt.

Ab Grömitz machte die Ostsee dann aber den Ruderern einen Strich durch die Rechnung: Aufkommender Ostwind ließ die Wellenhöhe deutlich ansteigen, was das Rudern nur allzu oft zur Tortur werden ließ. Aber alle Teilnehmer ließen sich als erfahrene Ruderer nicht unterkriegen. Für die Mühen entlohnten viele tolle Momente als Team und wunderbare Eindrücke.

Nach 16 Rudertagen, 712 geruderten Kilometern und fünf durchquerten Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) legte das Kernteam am Sonntag, 14. September, wieder am heimischen Steg an.

Nach so langer Zeit war es für die Ruderer eine Wohltat, „alte Bekannte“ wie die Ochseninseln, den Kuhhaken, Fackelgaarden und Kollund an sich vorbeiziehen zu sehen. Am Ende stellte sich dem Team dann nur noch eine Frage: Welche Tour wird als nächstes in Angriff genommen?

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erstellt am 11.Nov.2014 | 15:45 Uhr

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