zur Navigation springen

Marina Flensburg : Im Gastseglerhafen macht die Welt fest

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburgs Hafenmeister Stefan Kieschke hat Plätze für bis zu 170 Segler im Angebot

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 12:28 Uhr

Vom Büro auf die Stege zu den Booten, zurück ins Büro und ans Telefon. Kommunikation mit den Seglern, Lösen von Problemen, Planung, Organisation und Kontrollgänge – so sieht der Arbeitsalltag der Hafenmeister aus.

Der Gastseglerhafen am Ostufer bietet an sieben Stegen Anlegestellen für etwa 170 Boote. Die Liegegebühr wird nach Schiffslänge berechnet; beträgt aber höchstens 25 Euro pro Nacht. Etwa 25 Prozent der Anlegeplätze stehen Tagesgästen und spontanen Besuchern zur Verfügung. Häufig kommen Dänen, die einkaufen wollen oder die Förde absegeln. Der Rest ist von Dauerliegern besetzt.

„Im Sommer ist der Hafen sehr voll. Oft ist die Nachfrage nach Anlegeplätzen viel höher als das Angebot“, sagt Hafenmeister Stefan Kieschke.

Komfort wird im Gastseglerhafen groß geschrieben. Erst kürzlich wurden das WLAN-Netz ausgebaut und neue Sanitäranlagen installiert. „Der Hafen steht nie still. Reparaturen, Restaurierungen und Modernisierungen stehen fast täglich auf dem Programm“, berichtet Kieschke.

Dies steigere die Attraktivität auch für Gäste aus anderen Ländern. Im Flensburger Hafen trifft sich die Welt: Neuseeländer legen neben dänischen Tagesausflüglern an, nachdem sich diese mit Australiern die Klinke in die Hand gegeben haben.

Hafenmeister Kieschke freut sich stets über die internationalen Kontakte. Auf seinen Kontrollgängen hat er die Möglichkeit, sich mit einer Weltumseglerin, die bereits seit zwei Monaten in Flensburg vor Anker liegt, zu unterhalten. Oder er plaudert mit Australiern über das Leben auf See. „Englischkenntnisse sind hier unbedingt gefordert“, erzählt der 60-Jährige.

Das Büro der Hafenmeister ist in einer Hütte direkt an den Stegen untergebracht. Hier ist der Dreh- und Angelpunkt des Hafens. Legt ein Schiff neu an, führt der erste Weg der Besitzer in die kleine Hütte, um eine Anlegeerlaubnis zu erwerben. Verschiedenfarbige Schilder, die sichtbar an den Schiffen angebracht werden, markieren anschließend die erlaubte Liegezeit. Dazu erhalten die Anleger eine Chipkarte, mit der die verschlossenen Tore an den Stegen geöffnet werden können. So seien höchste Sicherheit und Ruhe garantiert.

Früher sei der Beruf eines Hafenmeisters viel aufwendiger gewesen: Da wurde von Boot zu Boot gelaufen, um die Gebühren direkt einzukassieren. Heute laufen die Geschäfte über den Tresen des Hafenmeisterbüros.

Auch Probleme und Fragen werden an Kieschke und seine beiden Kollegen herangetragen. „Ich fahre morgen nach Langballig. Gibt es dort einen 380-Volt-Anschluss für mein Schiff?“, möchte ein dänischer Segler wissen. Sofort greift Kieschke zum Telefonhörer und klärt die Frage direkt in Langballig. Manchmal beschweren sich die Gäste über die Internetqualität oder wollen einfach nur etwas über die Gegend erfahren.

Trotz der vielen Gäste komme es nur selten zu Streitereien, freut sich Stefan Kieschke. „Das wichtigste im Hafen ist uns die Solidarität, sodass jeder einen angenehmen Aufenthalt erlebt!“

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen