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Zaubern in Flensburg : Illusionen vor großem Publikum: Ehrlich Brothers in der Flens-Arena

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

4000 Zuschauer bei den Magie-Stars, die ein Fußballstadion füllen

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 07:19 Uhr

Die Show beginnt pünktlich um 19 Uhr. Schaut man in die Runde, weiß man auch warum so zeitig: viele kleine Kinder sind unter den Zuschauern. Aber auch jede Menge Erwachsene: 4000 Menschen auf Stühlen – mehr schafft selbst die Flens-Arena nicht. Die Ehrlich Brothers bieten Zauberei als Spaß für die ganze Familie. Über eine Million Zuschauer pro Tour. Bis zu 140 Euro kostet eine Karte. Letztes Jahr lockten sie 40  000 Menschen ins Frankfurter Fußballstadion, schafften es damit ins Guinness-Buch der Rekorde in der Kategorie „Die meisten Menschen bei einer Zauberschau“. David Copperfield wollte den Brüdern zwei Illusionen abkaufen – abgelehnt. Zu viel Spaß und Erfolg haben sie mit den eigenen Auftritten.
„Flensburg“, ruft Andreas Ehrlich, mit 39 der ältere der Brüder aus Bünde bei Herford, immer wieder euphorisch. Eben noch backstage, stehen die beiden plötzlich in einer Art Aquarium auf der Bühne. Es knallt und funkt, das Becken platzt, kein Wassertropfen ist entwichen. Sie legen los über zweieinhalb Stunden mit einer Pause.
Es gibt viele klassische Zaubertricks, doch die meisten sind überraschend variiert. Chris Ehrlich, 34 – Zauberei scheint jung zu halten, er sieht viel jünger aus – ermittelt eine Spielkarte, die Zuschauer Nils zuvor markiert hat. Aber er fischt die Karte nicht einfach so aus dem Stapel heraus, nein, er stopft sie in einen Riesen-Ballon, den er sich über den Kopf stülpt und würgt die Karte schließlich aus dem Mund. Das Publikum wird immer wieder zum Mitmachen aufgefordert. Jenny muss Farben raten, die Chris natürlich alle vorher wusste. Martina wird von Andreas mit Seiltricks schwindlig gezaubert und Nele verfolgt aus nächster Nähe, wie Geldstücke durch einen stabilen Glastisch wandern. Sehr gelungen auch die Teleportation der Schwiegermütter. Aber wie es funktioniert, dass knapp ein Dutzend Damen plötzlich Prosecco trinkend am anderen Ende der Halle stehen, verraten die Mitmachenden nicht. „Darüber dürfen wir nicht sprechen“, sagt eine der Schwiegermütter sehr anständig.

Eine 40-köpfige Crew, die seit den frühen Morgenstunden mit Aufbauen beschäftigt war, Material, das in 9 LKW transportiert wird, 30 Kilometer Kabel, 500 Spezialeffekte – die Ehrlich Brothers zaubern mit dem Wow-Effekt. Wenn die Musik laut wie bei einem Boxkampf durch die Halle dröhnt, ständig kleine Feuerwerke explodieren, kann sich niemand der Magie entziehen. Nicht mal die Nordfriesen, auf die sich Andreas während der Show einschießt.
„Viel zu häufig fallen die Träume der Menschen dem Alltag zum Opfer – aber in unserer Show werden Wunder wahr“, lautet ein Statement der Ehrlich Brothers. Ja, sie können auch nachdenklich sein. Eine rührselige Hommage an den verstorbenen Vater enthält das aktuelle Programm „Faszination“. Chris und Andreas biegen aus Draht ein „Danke“, das sich anschließend wie von selbst in ein Herz verwandelt. Der Papa war Maschinenbauingenieur und hatte viele Tricks zusammen mit seinen Söhnen, der eine davon staatlich geprüfter Pyrotechniker, ausgetüftelt.

Ständig überträgt eine Kamera auf drei riesige Leinwände, was die Brüder genau machen. Anders wären einige Zaubertricks vor großem Publikum nicht darstellbar. Nicht jede Darbietung funktioniert auch von weitem so gut wie die mit der Kreissäge, die Andreas einmal in der Mitte durchsägt, was Chris zum Vierbeiner macht.

„Wir sind normalerweise nicht so für Zauberei, aber dies hier ist einzigartig schön“, schwärmt Monika Lorenzen, Friseurin aus Oeversee. Sie entdeckte die Ehrlich Brothers durch Werbung der Drogeriekette Rossmann. Bereits zum zweiten Mal ist sie mit der ganzen Familie da. Dass hinter aller Zauberei doch nur Technik steckt, merkten die Flensburger bei der Nummer, in der ein Spielzeugauto in ein echtes Auto verwandelt werden sollte. Das Tuch konnte nicht gelupft werden. Irgendetwas hatte nicht geklappt.

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