Auf dem Campus : Ikea könnte auch in Flensburg bauen

Ikea trifft Campus: Standleuchte 'Storm' könnte schon bald Verstärkung aus dem Ikea-Regal bekommen. Foto: Marcus Dewanger
Ikea trifft Campus: Standleuchte "Storm" könnte schon bald Verstärkung aus dem Ikea-Regal bekommen. Foto: Marcus Dewanger

Städtebau aus dem Billy-Regal: Ikea will nicht nur in Hamburg mitmischen. Auch Flensburg bringen die Schweden für Hotels und Studentenwohnheime ins Gespräch.

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27. August 2012, 08:12 Uhr

Flensburg | Alles bloß Marketing? Oder ernsthafte Absichten? Der schwedische Möbel-Weltkonzern sorgte zuletzt städtebaulichen Initiativen für Schlagzeilen. Nach teilweise wieder dementierten Medienberichten beabsichtigt Ikea, in London und in Hamburg einen kompletten Stadtteil aufzustellen. Das könnte - in kleinerem Maßstab - auch Flensburg blühen. Gegenüber der Immobilienzeitung kündigte Harald Müller, Managing-Director der Ikea-Tochter Landprop an, auch kleinere Standorte seien interessant. Konkret bezog er sich auf Augsburg - und auf Flensburg.
Freilich muss niemand befürchten, dass die Schweden sich daran machen, im aktuellen Planungsgebiet Bahnhofsviertel Ikea-Fertighäuser zusammenzuschrauben. Müller bezog sich vielmehr auf Hotelstandorte. Und das wurde in der Stadtverwaltung mit Interesse registriert. Zwar gibt es noch keine konkrete Anfrage des Unternehmens, dafür aber schon vorauseilend Untersuchungen in der Verwaltung, was man den Schweden denn anbieten könnte.
"Platz auf dem Campus ist genug"
Thomas Hansen, Sprecher des Technischen Rathauses, bestätigte auf Anfrage, dass man derzeit nach Möglichkeiten suche. Die Suche beschränkt sich im Übrigen nicht nur auf den Standort eines möglichen Ikea-Hotels. Die Verwaltung hat auch eine zweite Produktlinie ins Auge gefasst, mit der Ikea 2013 auf den Markt will. Die Konzerntochter Landprop, in der die städtebaulichen Projekte gebündelt sind, kündigte Mitte August an, in westeuropäischen Universitätsstädten Studentenwohnanlagen (Produktname "Ulito") bauen zu wollen. Die Appartements, so die Geschäftsidee, würden für einen bestimmten Zeitraum selbst bewirtschaftet werden ehe sie dann für einen symbolischen Preis den Universitäten überlassen werden
Auch hier spitzte die Verwaltung der immer noch wachsenden Universitätsstadt Flensburg die Ohren. "Wir untersuchen, ob und wo sich auf dem Campus so etwas einrichten ließe. Platz ist genug", so Hansen. Die Hoheitsrechte auf dem Campus freilich lägen bei Universität und Fachhochschule, die dann letztlich selbst entscheiden müssten, ob sie den Campus mit Ikea-Häusern möblieren wollen.
Flensburg will um Ikea werben
Ob das alles zur vorhandenen Architektur passt, bliebe abzuwarten. Jedenfalls richtet sich die Stadt darauf ein, dass die Auswahlmöglichkeiten im Ikea-Städtebaukatalog eher begrenzt sein werden. "Auf einen Fassadenwettbewerb wird sich Ikea vermutlich nicht einlassen wollen", stellt Hansen fest.
Die Bauverwaltung ist dennoch fest entschlossen, die Möglichkeiten zu entdecken. Sie wappnet sich nicht etwa für den Fall einer Anfrage des Möbelkonzerns. Sie bereitet eine Initiativ-Bewerbung vor. "Wir wollen den Strang selber aufnehmen", kündigt Hansen an.

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