Sieverstedt : Ihr Herz schlägt für Afrika

Bevor es losgehen kann, muss Gyde Hansen aus Sieverstedt noch ein paar Sponsoren von ihrem Vorhaben überzeugen.
Bevor es losgehen kann, muss Gyde Hansen aus Sieverstedt noch ein paar Sponsoren von ihrem Vorhaben überzeugen.

Die Abiturientin Gyde Hansen aus Sieverstedt will ein freiwilliges soziales Jahr in Tansania absolvieren.

shz.de von
22. Mai 2018, 12:00 Uhr

Sieverstedt | Wenn es um den afrikanischen Kontinent geht, blitzen bei Gyde Hansen die Augen. Afrika ist der Kontinent, dem ihr Interesse gehört. Doch noch sitzt die 18-Jährige zwischen schriftlichem und mündlichem Abitur. Sie gehört zu den Schülern, die am Bernstorff-Gymnasium das G 8-Abitur machen werden. Trotz vielfältiger Kritik an dem Turbo-Abi hat Gyde positive Erfahrungen gemacht und es nicht bereut. Der Vorteil – sie hat ein Jahr mehr Zeit, um sich auf ihren künftigen Beruf vorzubereiten und diese Zeit mit einem Freiwilligen Jahr im Rahmen der Entwicklungshilfe zu verbinden.

„Mit der Heimat im Herzen, die Welt erkunden“, lautet Gydes Lebensmotto, das ihr bereits im Rahmen des Schüleraustausches Besuche in Frankreich, USA und Brasilien eingebracht hat. Dabei geht es Gyde weniger um touristische Erkundungen, die Menschen, wie sie leben, welche Kultur sie haben, haben die Schülerin aus Süderschmedeby vorrangig interessiert.

Diese Einstellung ist in ihrer Familie verwurzelt: Ihre Großeltern Edda und Carsten Hansen waren bereits in den 1980er Jahren sechs Jahre als Entwicklungshelfer in Papua Neuguinea, dort ist die Inselwelt Ozeanien vom Klimawandel besonders stark betroffen. Opa Carsten hat im Rahmen der Entwicklungshilfe mit landwirtschaftlichen Themen befasst und Oma Edda mit Ernährung und Familienplanung. Die Erzählungen ihrer Großeltern haben Gyde immer sehr fasziniert. Da ist auch bei ihr die Idee gereift, nach der Schule in der Entwicklungshilfe tätig zu werden. Unterstützung erhält sie auch von ihrer Mutter, die als Studenten-Pastorin auf dem Campus in Flensburg tätig ist und viel Kontakt zu Studenten aus Afrika hat.

Diese Kontakte hat auch die Tochter genutzt, um möglichst viel über Afrika zu erfahren. Im vergangen Jahr hat Gyde die Weichen für ein Jahr Afrika gestellt und hat sich bei der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft mit Sitz in Hamburg um einen Platz beworben. Die Deutsch-Tansanische Partnerschaft organisiert Freiwilligendienste in Tansania in Projekten im Bereich Umweltschutz, Bildung und Begegnung. Nach einem intensiven Bewerbungsverfahren hat Gyde die Zusage erhalten, ab August für ein Jahr nach Dodoma, der Hauptstadt von Tansania gehen zu können.

Die Aufgaben, die auf die junge Schülerin warten, werden sehr vielfältig sein. Sie arbeitet dort in der Organisation Sharing Worlds Tanzania (SWT) deren Ziel es ist, Armut zu bekämpfen, Waisenkinder und an Aids erkrankte Menschen zu unterstützen und über HIV aufzuklären. Aber auch Aufgaben im Bildungsbereich und in der Organisation gehören dazu. „Ich bin sehr gespannt, was alles auf mich zukommt“, schildert Gyde ihre Gemütslage.

Die Kosten dieses Projektes werden zu zwei Drittel über den Entwicklungshilfehaushalt getragen. Ein Drittel muss Gyde selbst aufbringen, das sind rund 2500 Euro. Für eine Schülerin eine große Summe. Sie bittet daher Menschen oder Institutionen, die einen Beitrag für das Hilfsprojekt leisten möchten, um Spenden. Gyde Hansen hat dafür auf www.gofundme.com/gyde-tansania einen Spendenaufruf gestartet.


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