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Einzelhandel in Flensburg : IHK kritisiert Förde-Park-Planung

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einspruch gegen Förde-Park-Prozedere: Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Ulrich Spitzer fühlt sich von Stadtplanung vereinnahmt.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2015 | 08:25 Uhr

Flensburg | Die schöne Hochglanz-Planungswelt des Projektes Förde-Park 2017 hat schon die ersten Kratzer. Drei Tage nach Vorstellung der Erweiterungs- und Modernisierungspläne im Planungsausschuss meldet sich eine gewichtige Institution kritisch und auch ein wenig verwundert zu Wort: die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg. In einer Pressemitteilung kritisiert sie die Planung als übereilt. Vor allem aber wundert sich der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Ulrich Spitzer über den in der Mitteilungsvorlage für den Ausschuss erzeugten Anschein, das in drei Workshops erarbeitete neue Nutzungskonzept mit seinen weit reichenden Folgen für den Einzelhandel der Innenstadt trage den Segen der IHK und des Verbands der Mittel und Großbetriebe des Einzelhandels Nord (VMG). „Davon kann nicht die Rede sein“, sagt Spitzer. „Darauf haben wir schon vor zwei Wochen hingewiesen.“

In der Vorlage für den Planungsausschuss am Dienstag hatte es geheißen, das mit den beteiligten Akteuren (Stadt, Betreibergesellschaft, Landesplanung, IHK, Gutachter BBE, VMG) im Rahmen dreier Workshops ein Nutzungskonzept mit einer nach Nutzungsarten differenzierten Endabstimmung erarbeitet worden sei. Diese Formulierung impliziere einen Konsens, den es nicht gebe, sagt Spitzer. „Wir sind erstaunt, dass dies in der Vorlage oder wenigstens in der Sitzung nicht thematisiert wurde. Auch die VMG fühlt sich vereinnahmt. Das vorliegende Konzept sei seitens des Verbandes nie zustimmend zur Kenntnis genommen worden, stellt dessen Hauptgeschäftsführer Heinrich Grüter in einem Schreiben an den Flensburger Stadtplanungs-Chef Dr. Peter Schroeders klar.

Grüter wie auch Spitzer sehen die Förde-Park-Erweiterung kritisch und lehnen sie in der vorgestellten Form auch ab. Die Umstrukturierung mit deutlichen Zuwächsen bei den kleinteiligen Verkaufseinheiten mit Innenstadt-relevantem Sortiment lasse befürchten, dass der Förde-Park nicht nur wachse, sondern in ein klassisches Shopping-Center umstrukturiert werde, so Grüter.

Ulrich Spitzer will abwarten, wie sich die Erweiterung des Citti-Parks auf die Innenstadt auswirkt. Eine valide Einschätzung könne frühestens nach zwei, eher drei Jahren erfolgen. In diesem Zusammenhang verweist Spitzer auf eine im Zusammenhang mit der Citti-Erweiterung erfolgte gutachterliche Beurteilung vom August 2013: In der Verkaufsflächenausstattung, hieß es darin, werde die Stadt Flensburg ihre wirtschaftlich tragfähigen Flächen- und Entwicklungspotenziale bereits 2020 erreicht haben. Gutachterin war damals übrigens die BBE-Handelsberatung, die am Dienstag im Planungsausschuss eine klare Empfehlung für Modernisierung, Erweiterung und Neustrukturierung des Förde-Parks gegeben hatte.

Alles Dinge, über die noch zu reden sein wird, und zwar im Bauleit–Verfahren. Darauf weist Peter Schroeders hin. Der Planungs-Chef räumt leicht zerknirscht ein, dass die Mitteilungsvorlage missverständlich formuliert worden sei. Schroeders betont aber, dass die Fraktionen in vollem Umfang über die Positionen von IHK und VMG Fraktionen informiert seien. „Das wird ja nicht abgeschnitten – die Stellungnahmen von Kammer und Verband fließen direkt ins Bauleitverfahren ein. Wir wollen ein transparentes Verfahren – aber ich hätte das vielleicht in der Sitzung klarstellen sollen.“

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