Flensburg : Idstedt-Löwe wieder auf dem Alten Friedhof

...und Rumpf des Idstedt-Löwen wieder zueinander. Fotos: Dewanger
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...und Rumpf des Idstedt-Löwen wieder zueinander. Fotos: Dewanger

Nach 147 Jahren ist er wieder da: Der Idstedt-Löwe - oder der Flensburger Löwe, wie er bald heißen soll - kam am Montag per Schwertransport aus Kopenhagen auf dem Alten Friedhof an.

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17. August 2011, 10:09 Uhr

Flensburg | Der Löwe hatte Verspätung. Spötter mutmaßten, er sei an der Grenze aufgehalten worden. Vielleicht lag es aber auch am Flensburger Feierabendverkehr, dass der Schwertransport erst um 17.40 Uhr am Alten Friedhof ankam, und schließlich durfte Spediteur Rolf Hansen - oder "Doktor Hansen" laut Leuchtschild überm Führerhaus - nur 80 fahren auf der Autobahn.
Flensburg hat seinen Löwen wieder. Um 18.30 Uhr stand er auf Flensburger Grundboden, allerdings getrennt durch mächtige Stahlplatten und vier Holzbohlen an den Ecken seiner Bodenplatte, der so genannten Plinte. Diese Plinte drohte bei der Beladung in Kopenhagen Schaden zu nehmen, wodurch sich schon die Abfahrt verzögerte. An seine letzte Nacht in der Hauptstadt wird sich der Löwe lange erinnern. Es soll ein mächtiges Unwetter mit Blitz und Donner hernieder gegangen sein.
"Hier stehen Deutsche und Dänen gemeinsam, und alle freuen sich"
In Flensburg hingegen schien die Sonne, in die er zu blinzeln schien, als man ihm endlich die olivgrüne Plane vom Haupt zog. Etwas verwundert schaute er hinüber zum Christiansenpark, so als würde er versuchen, sich zu erinnern. Zuvor hatte "Doktor Hansen" den Tieflader millimetergenau rückwärts auf den Alten Friedhof rangiert. Immer mehr Menschen, viele von ihnen mit Kameras, hatten sich nach und nach unter der Eiche versammelt, standen in Gruppen beisammen, diskutierten, stellten Fragen, kommentierten. "Zum ersten Mal hat der Löwe im gegenseitigen Einverständnis seinen Standort gewechselt", sagte Museumsdirektor Michael Fuhr, "hier stehen Deutsche und Dänen gemeinsam, und alle freuen sich." Fuhr wird im Sauermann-Haus eine Dauerausstellung mit Dokumenten und Hintergrund-Information zum "Idstedt-Löwen" einrichten.
Zwei Tage lang muss die 3,5 Tonnen schwere Bronze-Skulptur zu ebener Erde ausharren, bevor sie nach bisheriger Planung am Donnerstag auf den mächtigen Beton-Granit-Sockel gehievt wird. Zur Eingewöhnung an seine neue Umgebung bleiben Torben Holst und Anders Ekstrøm Løkkegaard, Denkmalpfleger des dänischen Nationalmuseums, noch ein paar Tage vor Ort. Sie überwachen die endgültige Montage und werden die äußere Hülle des Monuments zum Schutz gegen Wetter und Absonderungen der Eiche mit Wachs einreiben. Bis zu seiner offiziellen Begrüßung und Einweihung am 10. September werden Sockel und Löwe wieder verhüllt.
(pop, shz)

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