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Flensburger Stadtteilforum : Ideen und Impulse für die Flensburger Neustadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Arbeitskreis Flensburg Nord ist Bürgerforum und Ideenwerkstatt für die Aufwertung des Stadtteils

Flensburg | In fast allen Stadtteilen gibt es mittlerweile Bürgerforen, die sich um die Belange des Viertels kümmern. Sie müssen von der Stadtverwaltung bei Planungen, die den Stadtteil betreffen, gehört werden. Doch wer ist in den Foren aktiv? Wir stellen die elf Foren in einer Serie vor. Heute: Der Arbeitskreis Flensburg Nord (AKFN).

Im Norden ist Bewegung. Dieser Satz ist wohl für kaum ein anderes Stadtviertel so treffend wie für die Neustadt. Und trotz sozialer Brennpunkte ist die Identifikation der Menschen mit ihrem Wohnquartier so groß wie nirgendwo sonst in Flensburg. Jenseits des Nordertors ist schon früh ein klassisches Arbeiterviertel entstanden, hier findet sich traditionell die größte Anzahl an Arbeitsplätzen in der Stadt – dennoch ist die wirtschaftliche Lage vieler Bewohner nach wie vor prekär, viele sind beschäftigungslos. Haben früher die Mitarbeiter von Danfoss, Werft, Fahrzeug- oder Stadtwerken in nachbarschaftlicher Nähe gewohnt, so lebt heute nur noch ein geringer Anteil von ihnen in der Apenrader Straße, Batteriestraße oder in der Neustadt selbst.

Die Strukturveränderungen sind nicht zu übersehen. „Das ist schmerzhaft festzustellen“, sagt Peter Kröber, der die Entwicklung seit Jahrzehnten beobachtet. „Vor noch nicht allzu langer Zeit hat es einen wesentlich bunteren Mix an Geschäften gegeben als heute – vom Fischmann bis zum Gemüsehändler.“ Kleingliedrigkeit also geht verloren Er sagt das mit Blick auf das entstehende Einkaufszentrum an der verschwenkten Werftstraße mit der Ansiedlung von Edeka und Aldi, darüber hinaus nennt er weitere Supermärkte im Bereich früherer Industriebetriebe. „Ein Trend, der natürlich überall festzustellen und auch hier nicht aufzuhalten sein wird.“

Kröber ist Leiter des Abenteuerspielplatzes Taubenstraße, des ADS Jugendtreffs Ramsharde und federführend im Arbeitskreis Flensburg Nord (AKFN), der 1992 aus der Taufe gehoben wurde. Ein bewusst lockerer Zusammenschluss ohne feste Struktur und Hierarchien – aber mit 140 stets abrufbaren Adressen. Vernetzung war schon früh ein Thema. Man holte verschiedene Jugendeinrichtungen wie die Projektgruppe Ausländischer Arbeiterkinder (AAK) an einen Tisch, eingebunden waren Schule, Polizei, Kirche und die IG Neustadt, inzwischen gibt es eine enge und gut funktionierende Verzahnung mit dem Verein Flensburger Norden. Themen, die der Arbeitskreis kritisch begleitet hat, waren etwa die Umkehr von der Dezentralisierung der Polizeireviere, die man als Fortschritt für das soziale Leben im Quartier empfand. „Der präventive Ansatz“, sagt Kröber, „ist nun leider verloren gegangen.“

Auch der kulturelle Eigenständigkeit sieht er gefährdet – durch den Wegfall von Immobilien wie dem KKI oder der alternativ genutzten ehemaligen Deutschen Bank. „Die Stadt“, fordert er, „sollte Räume für künstlerische Aktivitäten zur Verfügung stellen, damit Kultur im Norden nicht in Beliebigkeit versinkt.“ Aber es geht ja auch open air – wie etwa beim Midtsommer Jazz am Ostseebad.

Positiv vermerkt der 60-Jährige die Anstrengungen von Politik und Verwaltung im Bereich Migration, die man früher zu sehr den freien Trägern überlassen habe. „Die Problematik ist von der Stadt gerade noch rechtzeitig angegangen worden. Ebenso seien die erfolgreich verlaufenen Sanierungsbemühungen von Harrisleer Straße bis zum Schlachthof-Gelände zu würdigen, ebenso die vorgesehene Erweiterung der Promenade von der Galwik-Bucht bis hin zum Volksbad.

Trotz alledem, betont Kröber, sei es von außerordentlicher Bedeutung, Menschen mit einem intellektuellen Hintergrund, mit Ideen und Tatkraft in der Neustadt zu halten. „Wir brauchen Menschen, die für den Stadtteil brennen!“

 

 

Bereits erschienen sind die Beiträge über das Forum Tarup am 7. April, das Forum Weiche (8. April), das Forum Mürwik (10. April), das Rude-Forum (13. April), das Forum Jürgensby/Sandberg (14. April), der Verein Flensburger Norden (20. April) sowie der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt (22. April).

 

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erstellt am 23.Apr.2015 | 13:15 Uhr

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