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Waldstraße : Ideen für Glücksburgs Mitte gesucht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt möchte das Grundstück an der Waldstraße 3 bebauen lassen. Bürgerinitiativen wünschen sich allerdings eine alternative Nutzung.

Glücksburg | Glücksburgs Zentrum ist ein Parkplatz, und das wichtigste Gebäude dort ist der Edeka-Markt: So sehen es die meisten Glücksburger, darunter auch Hans-Wolfgang Bracht vom Verein Schönes Glücksburg.Nun soll auf diesem Terrain die letzte Freifläche bebaut werden.

So will es die Stadt, die die Eigentümerin der 484 Quadratmeter an der Waldstraße 3 neben dem Rathaus ist. Derzeit befinden sich dort etwa acht Stellplätze und ein 293 Quadratmeter großes Rasenstück. Die Rasenfläche darf bebaut werden. Die Stadt bietet das Grundstück im aktuellen Mitteilungsblatt des Handels- und Gewerbevereins im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages an. Der Käufer erwirbt das Gelände für 50 Jahre, kann es in dieser Zeit nutzen, danach fällt es an die Stadt zurück. Interessenten sollen sich mit Preisvorstellungen und Ideen bewerben. „Die Stadt hat 2012 den Beschluss gefasst, das Gelände zur Bebauung freizugeben“, sagt Bürgermeisterin Kristina Franke. Das künftige Gebäude soll den Platz vor dem Rathaus möglichst gefällig abschließen.

Vorgänger-Bau war die „Meislahn-Villa“, ein 1903 errichteter schiefergedeckter Putzbau. Zuletzt wohnten dort die hochbetagten Schwestern Magda und Annelisa Meislahn. „Das Haus frisst uns auf“, hätten die Schwestern ihm gesagt, berichtet Berthold Hamer, der über die Villa im Rahmen seiner Straßenchroniken recherchierte. Als die jüngere der Schwestern 2009 starb, zog Annelisa in die Schlosssee-Residenz und verkaufte das Haus zunächst an den Edeka-Betreiber Wolfgang Matthiessen. Der wollte dort laut Hamer eine Lieferantenzufahrt errichten. Die Stadt machte schließlich von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch und ließ die marode Villa abreißen. 111  200 Euro gab sie für Kauf und Abriss aus, recherchierte Stadtvertreter Burkhard Repenning (LWL).

Geht es nach ihm, soll der Platz auch in Zukunft unbebaut bleiben. Diese Ansicht teilen zwar seine Politiker-Kollegen nicht, dafür aber Mitglieder verschiedener Bürgerinitiativen wie Hans-Wolfgang Bracht oder Udo Bohr, der sich im „Zukunftsforum Glücksburg“ engagiert. „Die Idee, durch ein weiteres Gebäude einen geschlossenen Platz zu erhalten, ist eine Illusion“, sagt Bohr. Dann würde man die Fenster des Rathauses und der Provinzial-Versicherung zubauen.

Den Blick auf den begrünten Schulberg findet er wesentlich besser. Außerdem biete ein freier Platz mehr Möglichkeiten, aktuell sei dort zum Beispiel eine große Weihnachtstanne aufgestellt. Im Sommer könne man kleinere Märkte oder eine Konzert-Bühne organisieren. „Das Beste ist doch, wenn Menschen sich begegnen“, argumentiert Bohr. Repenning ergänzt, dass die zu erwartenden Einnahmen für die Stadt nicht erheblich wären. „Der Bodenrichtwert im Zentrum liegt bei 140 Euro pro Quadratmeter.“ Es wären somit 40  000 bis 50  000 Euro zu erwarten. „Das lohnt nicht“, sagt Repenning. Wichtig ist den Bebauungsgegnern die Meinung der Glücksburger Bürger, die bisher nur vereinzelt nachgefragt worden sei. Der Finanz- und Hauptausschuss lehnte eine Befragung ab. Nun bittet Hans-Wolfgang Bracht um Meinungen – an seine Anschrift: Gildestr. 5, 24960 Glücksburg oder per E-Mail an: info@schoenes-gluecksburg.de.

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erstellt am 17.Dez.2016 | 14:00 Uhr

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