Nationalitäten in Flensburg : „Ich vermisse nur die Wärme“

Der Iraker Karim Aziz ist Dolmetscher für die arabische und serbokroatische Sprache.
Der Iraker Karim Aziz ist Dolmetscher für die arabische und serbokroatische Sprache.

Karim Aziz (57) aus dem Irak kam 1990 nach Flensburg und ist Flensburger geworden

Avatar_shz von
22. Dezember 2017, 08:26 Uhr

Einwohner aus 149 Ländern der Erde machen die Hafen- und Universitätsstadt Flensburg zu einer bunten kleinen Metropole. Mit Unterstützung von Peter Rohrhuber, der den Runden Tisch für Integration im Rathaus koordiniert, stellt das Tageblatt jeden Monat einen Einwohner einer Nationalität exemplarisch im Interview vor. Heute: Karim Aziz (57) aus dem Irak.

Welchem Beruf gehen Sie in Flensburg nach?
Ich bin Berufsbetreuer und vereidigter Dolmetscher für die arabische und serbokroatische Sprache. Des Weiteren unterrichte ich als Dozent Arabisch an der Europa-Universität Flensburg. In Sarajevo habe ich erfolgreich Chemie studiert.

Wann und warum sind Sie eigentlich nach Flensburg gekommen Herr Aziz?
Anfang des Jahres 1990 bin ich nach Flensburg gekommen. Ex-Kommilitonen von mir lebten in Skandinavien. Es war mir wichtig, diese Freundschaften zu erhalten. Deshalb erschien es mir ratsam, in Deutschland zu leben.

Wie leben Sie mit Ihrer Familie in Flensburg?
Ich lebe mit meiner Frau in einer Eigentumswohnung.

Welcher ist hier Ihr Lieblingsort?
Am liebsten halte ich mich an den verschiedenen schönen Stränden Flensburgs auf.

Was hat Ihnen das Ankommen, das Einleben besonders erschwert, was hat es erleichtert?
Das Erlernen der Sprache war schwierig. Erleichtert wurde mir das Einleben durch viele Kontakte, bei denen man üben konnte, deutsch zu sprechen.

Welche Traditionen aus Ihrer Heimat pflegen Sie auf welche Weise in Flensburg?
Ich pflege keine Traditionen.

Was vermissen Sie besonders aus Ihrer Heimat?
Nach so langer Zeit in Deutschland vermisse ich nichts, außer den Sonnenschein und die Wärme meiner Heimat Irak.

Welche Feste, Aktionen, Institutionen gefallen Ihnen in Flensburg und besuchen oder nutzen Sie regelmäßig?
Das jährliche Fest der Kulturen und die Einbürgerungsfeier im Rathaus besuche ich regelmäßig als Mitglied des Vorstandes des „Runden Tisches für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“ der Stadt Flensburg. Außerdem biete ich als Berufsbetreuer eine wöchentliche, offene Sprechstunde für Migranten im Stadtteilbüro in der Neustadt Nr. 12 an.

Was fehlt oder funktioniert nicht, was müsste verbessert werden?
Die Koordination und oftmals schleppende Bearbeitung einiger Behörden sollte verbessert werden.

Was würden Sie sich von Bürgern und Behörden künftig wünschen?
Mehr Freundlichkeit und Toleranz gegenüber Menschen aus anderen Ländern würde ich mir wünschen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen