Wohnungsbauförderung in Flensburg : I-Bank macht Sozialwohnungen Beine

Die neuen Mieter haben schon Sonnenschirme installiert: Der „Mürwiker Garten“
Die neuen Mieter haben schon Sonnenschirme installiert: Der „Mürwiker Garten“

Kieler Förder-Institut unterstützt im abgelaufenen Jahr fast 300 Einheiten in der Stadt

shz.de von
24. Mai 2018, 06:04 Uhr

Die Kieler Investitionsbank hilft dem sozialen Wohnungsbau in Flensburg auf die Sprünge. Wie die Förderbank des Landes gestern in der Industrie- und Handelskammer berichtete, ist die Zahl der neu geförderten Wohnungen des Instituts vor allem in Flensburg sehr stark gestiegen – von 87 (2016) auf 296 im abgelaufenen Jahr. Im Kreis Schleswig-Flensburg wurden indes keine Wohnungen in die Förderung aufgenommen (Vorjahr: 16).

Und auch im ersten Quartal 2018 seien schon wieder 104 neue Wohnungen im Norden und Westen Schleswig-Holsteins aufgenommen worden. 2017 waren es insgesamt 409 (Vorjahr: 121). Einen zusätzlichen Schub erhofft sich die Förderbank davon, dass der wirtschaftliche Rahmen für Investitionen verbessert worden sei, wie Vorstandschef Erk Westermann-Lammers von der Investitionsbank berichtete: „Hier gelten seit dem 1. März höhere Bewilligungsmieten mit 5,25 Euro pro Quadratmeter satt bisher 4,85 Euro und eine erhöhte Förderquote von 85 statt 75 Prozent.“

Als ein richtungsweisendes Neubau-Projekt nannte Westermann-Lammers den gerade bezogenen Neubau des Selbsthilfe-Bauvereins (SBV) auf dem Gelände des ehemaligen Schottweg-Hochhauses am Wasserlooser Weg. Hier in Mürwik entstehen für 12,2 Millionen Euro 74 seniorengerechte Wohnungen. Davon werden 46 mit einem zinsreduzierten Darlehen in Höhe von 4,9 Millionen Euro gefördert. „Andere Städt wären glücklich über solche aktive Partner in der Wohnungswirtschaft“, erklärte Westermann-Lammers und nannte neben dem SBV auch explizit den Flensburger Arbeiter-Bauverein (FAB). Um den Standort Flensburg mit seiner Magnetwirkung sei ihm gar nicht bange, sagte Westermann-Lammers.

Insgesamt hat die Bank 2017 mit 573,6 Millionen Euro (Vorjahr: 547,5) die wirtschaftliche Entwicklung des Landesteils Schleswig und der Westküste unterstützt. Auch für Eigentumsmaßnahmen, ebenfalls ein Steckenpferd der Kieler Banker, flossen Fördermittel in den hohen Norden, um den Bau oder Kauf von Häusern oder Wohnungen zu ermöglichen. In Flensburg verhalf die Förderbank damit 76 (Vorjahr: 117) Familien zu Wohneigentum, im Kreis 381 (Vorjahr: 411).

Für Existenzgründer mit einem Kapitalbedarf bis 25 000 Euro steht seit wenigen Jahren der Mikrokredit der I-Bank zur Verfügung – ganz ohne bankübliche Sicherheiten. Im Norden und Westen des Landes hat die Bank 2017 auf diesem Weg 15 Existenzgründungen ermöglicht, davon sechs in Flensburg und zwei im Kreisgebiet. „Der Mikrokredit, unbürokratisch und ohne Sicherheiten vergeben, bleibt ein wichtiges Instrument, um kleine Existenzgründungen auf den Weg zu bringen“, findet Westermann-Lammers. Start-Ups reichen vom mobilen Küchenstudio bis zur Pferde-Dentistin.

Die Bank hat die Kommunen zuletzt dabei unterstützt, sich in der Niedrigzinsphase mit langfristigen günstigen Krediten Spielraum für Investitionen zu verschaffen. Aufgrund der besseren Haushaltslage wurden 2017 weniger Kommunalkredite nachgefragt. Ausnahme ist auch hier Flensburg mit 40,1 Millionen Euro (Vorjahr 25,1), der Kreis liegt mit 47,0 Millionen (Vorjahr 81,2) im Trend.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen