Steinbergkirche : Hydrant geöffnet – 3000 Euro Schaden

<p>Wasserwerker Christopher Homfeldt war in der Nacht vor Ort.</p>

Wasserwerker Christopher Homfeldt war in der Nacht vor Ort.

Unbekannte trieben mit einem Spezialschlüssel in Schiol und Stobdrup ihr Unwesen. 300 Kubikmeter Wasser sind ausgelaufen.

shz.de von
17. Mai 2018, 12:45 Uhr

Diese Dreistigkeit brachte Wassermeister Sven Jürgensen vom Wasserverband Nordangeln in Rage. „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich, das ist grober Unfug und keinesfalls hinzunehmen.“ Seine Empörung ist verständlich. Am vergangenen Freitag wurde gegen 23.30 Uhr die Rufbereitschaft des Verbandes von einer aufmerksamen Anwohnerin im Ortsteil Schiol der Gemeinde Steinbergkirche darüber informiert, dass aus einem Hydranten nebenan ständig Wasser stömte. Vor Ort eingetroffen, stellte Verbandsmitarbeiter Christopher Homfeldt fest, dass er es nicht mit einem „normalen“ Einsatz zu tun hatte. Gleich zwei Hydranten waren grundlos und unberechtigt geöffnet worden. Die ganze Umgebung stand großflächig unter Wasser. Mit dem Verschließen war es nach seiner Aussage aber nicht getan. „Aus dem Hochbehälter auf dem Scheersberg, der aufgrund seiner Lage auch als Druckerhöhungsstation dient, waren 300 Kubikmeter Wasser ausgelaufen – mehr als drei Viertel des Inhalts. Der Behälter enthielt nur noch eine Notreserve.“

In einem langen nächtlichen Einsatz wurde die Lage wieder bereinigt. Dies erwies sich als schwierig, denn das Wasserwerk Steinbergkirche war wegen des Einbaus neuer elektrischer Schaltschränke außer Betrieb. Um die großen Pumpen dort nutzen zu können, musste aus Schleswig erst ein leistungsstarkes Notstromaggregat herangeschafft werden. Zugleich war es erforderlich, bestimmte weniger wichtige Versorgungsstränge einzeln mit dem Auto anzufahren und von Hand „abzuschieben“. Das allein dauerte insgesamt sieben Stunden. Erst danach konnte der Hochbehälter wieder befüllt werden, wofür weitere 15 Stunden benötigt wurden. Die Umgebung der Hydranten musste wegen des weggespülten Erdreichs anschließend wieder hergerichtet werden.

Die Wasserabnehmer bemerkten von alledem nichts. Im Brandfall hätte es allerdings aufgrund von Wassermangel und Druckverlust zu schwerwiegenden Einschränkungen für die Feuerwehr kommen können. Zwar verfügen die heutigen Löschfahrzeuge zumeist über einen Wasservorrat an Bord für den Erstangriff. Wenn danach an den Hydranten jedoch nicht genügend Wasser zur Verfügung steht, muss nach Aussage des zuständigen Ortswehrführers Dirk Thiesen aus Quern erst eine alternative Wasserversorgung aufgebaut werden. Das sei zeitaufwändig und könne in der Folge zu höheren Schäden führen. Von der vergeudeten Wassermenge zeigte er sich beeindruckt. „300 Kubikmeter. So viel brauchen wir bei einem Großbrand.“

Einen weiteren Vorfall gleicher Art gab es in derselben Nacht in Stobdrup (Gemeinde Niesgrau) im Bereich des Wasserverbandes Mittelangeln. Die bisher unbekannten Täter müssen über einen Spezialschlüssel verfügt haben, denn ohne diesen lässt sich ein Hydrant nicht öffnen, erklären Experten.

Die stellvertretende Vorsteherin vom Wasserverband Nordangeln, Renate Büll, meldete den Vorfall bei der Polizeistation in Steinbergkirche. Dort wird gegenwärtig geprüft, ob ein Straftatbestand vorliegt. Der Schaden beläuft sich nach Angabe von Büll im Falle von Schiol auf etwa 3000 Euro. Ihr besonderer Dank gilt der aufmerksamen Anwohnerin. Ansonsten bittet sie die Bevölkerung um erhöhte Wachsamkeit und im gegebenen Fall um zweckdienliche Hinweise.





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