Verkehrsplanung in Flensburg : Husumer Straße wird einspurig

Derzeit gesperrt: Brücke über der Hafenbahn. Die rechte Spur stadtauswärts wird künftig eine Fahrradspur.
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Derzeit gesperrt: Brücke über der Hafenbahn. Die rechte Spur stadtauswärts wird künftig eine Fahrradspur.

Geh- und Radweg zu schmal: Eine Fahrspur stadtauswärts wird ab Mitte August zum Fahrradstreifen

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18. Juli 2018, 06:13 Uhr

Wenn die Husumer Straße nach wochenlanger Sperrung Mitte August wieder geöffnet wird, müssen sich die Autofahrer auf eine Neuerung einstellen. Im unteren Bereich wird es statt zwei künftig nur noch eine Spur bergauf geben. Der Grund: Der vorhandene kombinierte Geh- und Radweg ist „nicht rechtskonform“, wie Oberbürgermeister Simone Lange gestern erklärte. Er sei zu schmal und damit nicht sicher.

Ab Neumarkt bleibt die Straße auf den ersten 80 Metern zweispurig; dort ist ein ausreichend breiter Radweg vorhanden. Kurz vor der derzeit gesperrten Brücke müssen sich die Autos auf der rechten Spur im Reißverschlusssystem nach links einfädeln. Gleichzeitig wird der Radweg über ein Stück abgesenkten Bordstein auf die rechte Fahrspur geleitet, wie Verkehrsplanerin Elin Helas erläuterte.

Der neue Fahrradstreifen wird durch eine doppelte durchgezogene Linie von der verbleibenden Kfz-Spur getrennt. Dazu kommen gelbe Markierungsnägel mit Leichtelementen. Rechtzeitig vor dem Knoten Tegelbarg/Wilhelminental/Husumer Straße werden die Radfahrer wieder auf einen vorhandenen Radweg geführt, wird die Straße wieder zweispurig stadtauswärts.

Simone Lange ordnete diese Maßnahme, für die heute die Bauarbeiten beginnen, in ein Paket von Sicherheitsmaßnahmen für den Radverkehr ein, das nach dem tödlichen Unfall eines Schülers im September 2017 beschlossen worden war. Sie betonte, dass es sich um eine „verkehrsrechtliche Anordnung“ der Verwaltung handele, da es keine Angelegenheit der kommunalen Selbstverwaltung sei. Damit spielte sie auf einen Antrag der CDU im Umwelt- und Planungsausschuss im August an; die CDU schlägt darin vor, den vorhandenen Geh- und Radweg zu verbreitern. „Das würde dennoch zu einer Einspurigkeit des Kfz-Verkehrs führen“, sagte Lange dazu.

Elin Helas erwartet keine Probleme für den Kfz-Verkehr durch die Einengung. Dort würden etwa 10 000 Autos pro Tag fahren – so viele wie in der Rathausstraße, der Schützenkuhle oder der Mürwiker Straße, die ebenfalls einspurig pro Richtung sind. Derzeit profitieren nur wenige Radfahrer von der Maßnahme: An einem kalten Tag vor der Fahrradsaison habe man 300 Radfahrer gezählt, so Elin Helas.

Auch der Vorsitzende des Planungsausschusses, Axel Kohrt (SPD), erklärte, dass der zu enge Geh- und Radweg im Brückenabschnitt so gar nicht mehr in Betrieb genommen werde dürfe. Er sieht die Anordnung der Verkehrsbehörde positiv und fragt: Warum sollte die Politik der Verkehrsbehörde ins Geschäft pfuschen? Axel Kohrt: „Nach meiner Meinung kann man die gesamte vordere Husumer Straße bis zur Bleiche einspurig führen.“ Dadurch entstünde vor der Abbiegung zur Bleiche endlich eine ausreichend lange Abbiegespur für den Linksverkehr, der keine Rückstaus mehr provoziere. Das ist aber derzeit nicht geplant. Außerdem schlägt Kohrt vor, die momentane Verkehrsführung für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge am Abschnitt Munketoft zwischen Schleswiger und Husumer Straße als Dauerlösung einzurichten.

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