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Acht Vorschläge : Hotel-Standortsuche nimmt Fahrt auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz zahlreicher neuer und wieder auflebender Ideen gibt es mit Blick auf ein Vier-Sterne-Haus bislang wenig Konkretes.

Der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt hatte zur Begutachtung möglicher Hotelstandorte gerufen – und neben strahlendem Sonnenschein und der eingeladenen Stadtplanungsleiterin Claudia Takla Zehrfeld schlossen sich am Sonnabend fast 30 Interessierte der Begehung an. Unter Führung von Oberbürgermeister Simon Faber bereitet derzeit eine Arbeitsgruppe mit allen Ratsfraktionen, aber auch Planern und Gestaltungsfachleuten jenen politischen Prozess vor, der endlich in den Bau eines Drei- oder Vier-Sterne-Tagungshotels münden soll. Claudia Takla Zehrfeld berichtete von insgesamt bis zu acht möglichen Hotelstandorten in der Innenstadt, von denen die Kieler Anlagen östlich der Hafenspitze, der Standort zwischen Werftkontor und Raiffeisen sowie offenbar auch wieder die Harniskaispitze zu den Favoriten zählen. Neben den bereits angeschobenen Hotelprojekten Alte Post und Kaysers Hof bleibt auch der Standort Wasserplatz in der Neustadt eine Option, obwohl er von den angrenzenden, alteingesessenen Industriebetrieben bekämpft wird. SPD-Fraktionschef Helmut Trost bestätigte am Sonnabend jedenfalls, dass seine Fraktion sich diese Option offenhalten wolle. Vor allem plädierte Trost aber dafür, das Bahnhofsumfeld als weiteren Hotelstandort mit in den Blick zu nehmen. Dort käme zum Beispiel das alte Hallenbad als Bauplatz in Frage.

Erster und größter Kandidat bleiben wohl aber die Kieler Anlagen. Trost zitierte aus dem Gutachten vom August 2012, das hier ein Marktpotenzial für ein Vier-Sterne-Haus mit 165 Zimmern für Geschäftsleute und Städtetouristen, 500 Tagungsplätzen und 80 Autostellplätzen ausgemacht hatte. Dafür seien 8000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche notwendig, die in einem auf der Nordseite zwei- und am Südende viergeschossigen Bau realisierbar seien. Takla Zehrfeld bestätigte den Bewohnern des Viertels, dass aufgrund der Hafenlage Wohnen erst ab 2,50 Meter und Gewerbe wie Restaurant oder Tagungsbereich erst ab drei Metern über der Wasserlinie möglich sei. Noch gar nicht thematisiert hatten die Diskutanten zu diesem Zeitpunkt die Besitzverhältnisse. Nur rund ein Fünftel des geplanten Geländes zwischen Hafendamm und östlichem Bahndamm gehört der Stadt, der Rest dem Betreiber des Parkplatzes auf dem früheren Bahngelände Richtung Kiel.

Zwischen dem Werftkontor und Raiffeisen, wo frühere Hotelplanungen zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen sind, war eine Frage: Ist hier eine größere Planung möglich als eine auf diesen wenigen Metern zwischen der Pappelreihe hinter dem Werftkontor und dem ersten Raiffeisensilo? Raiffeisen und DLG würden hier schließlich nur noch umladen – und hätten den Standort längst zur Disposition gestellt. Takla Zehrfeld machte deutlich, dass ein größerer Aufschlag über ein achtgeschossiges schmales Haus hinaus nur möglich wäre, wenn der Baukörper „wie ein Riegel“ sehr viel tiefer Richtung Ballastbrücke reichen würde als die benachbarten Werftkontorshäuser. Aktuell habe die Firma DLG jedenfalls hier das Erbbaurecht bis ins Jahr 2034.

Den nördlichsten und neu wieder aufgegriffenen potenziellen Standort Harniskaispitze erreichte die Gruppe indes gar nicht mehr. Hier, im Gewerbemischgebiet, könnten vor allem Emissionen zum Problem werden. Nachts seien hier lediglich 45 Dezibel Lärm erlaubt – hier, wo eigentlich Flugboote getestet werden sollten.

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