Hotel mit Sportkomplex am Galwik-Hafen

Neu neben alt: Der Hotel-Neubau ist vierstöckig, aber nicht höher als das historische Backstein-Gebäude daneben.Entwurf: Agnes Kroll
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Neu neben alt: Der Hotel-Neubau ist vierstöckig, aber nicht höher als das historische Backstein-Gebäude daneben.Entwurf: Agnes Kroll

Flensburg bekommt ein neues Hotel in exponierter Lage: Zwei Investoren wollen am Brauereiweg ein Drei-Sterne-Haus für eine Hotelkette aus den USA errichten - nebst Klettergarten und Wiederbelebung des alten Schlachthof-Restaurants.

shz.de von
05. März 2009, 06:34 Uhr

Flensburg | Am Ende ging alles ganz schnell: Ohne Gegenstimme nickte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Planen (SUPA) ein neues Flensburger Hotel-Projekt durch. Auf dem Gelände des alten Schlachthofs planen ein Hamburger und ein Flensburger Investor einen Komplex, dessen Herzstück ein 114-Zimmer-Hotel modernen Zuschnitts sein soll. Grundriss und Gestaltung sind "von der Stange" einer US-Hotelkette und deshalb bis hin zur Farbe der Fassade festgelegt.

Das war dann auch der einzige Kritikpunkt, der aus dem Ausschuss kam: die eher schlichte, einfache Form des Gebäudes und seiner Fassade. Sie sei aber nicht verhandelbar, betonte Investor Ulrich Cordes und begründete dies mit dem Corporate Design des Betreibers.

Doch Cordes plant, zusammen mit Dr. Dirk Metzendorf aus Flensburg, mehr als ein Hotel. Da dieses kein Restaurant hat, müssen die Gäste anderswo essen; deshalb soll das frühere Schlachthof-Restaurant renoviert und, erweitert durch einen kleinen Wintergarten, wieder eröffnet werden.

Im rückwärtigen Bereich soll ein höheres Gebäude entstehen, in dem Cordes in Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein ein Kletterzentrum bauen will; als weiteren Mieter stellt er sich ein Fitness-Zentrum vor. Im rechten Winkel dazu soll ein Büro-Gebäude entstehen. Im Winkel dieser beiden Gebäude wird ein Klettergarten geplant.

Zu dem zweiten älteren Gebäude am Brauereiweg wollte Cordes im Ausschuss noch keine verbindliche Aussage machen. Auch hier sei eine Sanierung und eine anschließende Büronutzung denkbar, hänge jedoch vom baulichen Zustand, dem Untergrund und dem Sanierungsaufwand ab.

Das Hotel, das er im Drei-Sterne-Bereich ansiedelte, werde weder ein Billig- noch ein Luxushotel sein, so Cordes. Zielgruppe seien unter der Woche Geschäftsreisende sowie am Wochenende Städtereisende und Familien. Die 18 Quadratmeter großen Zimmer seien allesamt Doppelzimmer mit Nasszelle und würden zwischen 80 und 90 Euro pro Nacht kosten.

Planungschef Rolfes urteilte, dass eine Umsetzung der umfangreichen Planungen "ein großer Schritt nach vorn für den Stadtteil Neustadt" wäre. Er betonte, dass sich der Investor bewusst den Standort ausgesucht habe. SPD-Mann Matthias Epping lobte die Kooperationen der Investoren mit den Nachbarn, in diesem Fall vor allem die "Sportpiraten", mit denen es zuvor intensive Gespräche gegeben habe und für die Cordes eine kleine Fläche mit einem Sanitärgebäude plane. Edgar Möller (SSW) hingegen monierte die "langweilige Fassade", die man sogar von der Förde aus sehen könne. Gestern Abend wurde das Projekt im "Flensburger Plan treff" der Öffentlichkeit vorgestellt.

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