Baupläne am Alsensund : Hotel-Hochhaus für Sonderburg

So sieht es in der Montage aus: das künftige Hotel und zu seinen Füßen das Badeland im Zentrum von Sonderburg
So sieht es in der Montage aus: das künftige Hotel und zu seinen Füßen das Badeland im Zentrum von Sonderburg

Für 83 Millionen Euro soll eine Vier-Sterne-Unterkunft mit 207 Zimmern am Alsensund entstehen. Das Badeland wird auch für Nicht-Hotel-Gäste nutzbar sein.

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06. November 2013, 15:00 Uhr

Während Flensburg sich erst sehr allmählich für ein neues großes Hotel-Projekt am Hafen rüstet, werden die Dinge in Sonderburg schon sehr konkret – und ebenso hoch: Gleich mit 20 Etagen soll ein Hotel am dortigen Hafen ab kommendem Sommer in die Höhe wachsen. Der Bebauungsplan wird noch im November öffentlich ausgelegt, und für den Betrieb stehen bereits deutsche Interessenten auf der Matte.

207 Zimmer in der Kategorie vier Sterne soll das Gebäude direkt am Alsensund gegenüber des Hochschul- und Kulturkomplexes „Alsion“ bieten. Die Kosten werden auf rund 83 Millionen Euro veranschlagt. Darin inbegriffen ist ein 6000 Quadratmeter großes Badeland, das auch Nicht-Hotel-Gästen offensteht. Für dessen Betrieb hat die Sonderburger Hafengesellschaft Verträge mit der Wasserpark-Kette Alpamare aus dem bayerischen Bad Tölz unterzeichnet, für den Betrieb des Hotels mit der Hamburger Gesellschaft Rimc. Sie hat nach eigenen Angaben Erfahrung aus Entwicklung und Betrieb von 100 Hotels in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern.

Das Objekt in Sonderburg soll das erste von mehreren in Skandinavien werden. „Deshalb liegt für Rimc viel Prestige darin, in Sonderburg einen Erfolg hinzulegen“, betont der Direktor der Hafengesellschaft, Michael Saxtorph. Die Hafengesellschaft verantwortet die Umsetzung eines Masterplans zur Umgestaltung des Sonderburger Hafens, den der kanadische Star-Architekt Frank O. Gehry 2008 vorgelegt hat.

Saxtorph setzt darauf, die Bürger einzubeziehen. „Wir werden die Stadt in die oberste Etage des Hotels einladen, um den Blick über Sonderburg und weiter bis nach Flensburg und Apenrade zu genießen“, verspricht er. Es wird eine Aussicht aus 83,5 Metern sein. „Die Bevölkerung darf gerne hereinkommen. Sie soll die Freude und den Stolz über all das, was im Hafengebiet entsteht, fühlen können.“

Die deutschen Partner bezeichnet Saxtorph als „Akteure mit starken Muskeln, wenn es um Buchungspauschalen für Touristen geht“. Der Däne sieht im deutsch-dänischen Grenzland „ein großes Potenzial für Menschen, die von London und Paris genug gesehen haben“. Als Trümpfe hebt er unter anderem „vier einst herzogliche Schlösser in einem Umkreis von 30 Kilometern“ hervor, das Danfoss Universe und das Geschichts-Zentrum auf den Düppeler Schanzen.

Wenn im politischen Prozess alles glatt geht, erwartet der Direktor einen Baubeginn zum nächsten Sommer. Dann könnten Hotel und Badeland 2017 fertig sein. Den Bebauungsplan will die Stadt vom 20. November bis zum 15. Januar auslegen. Im Dezember soll eine Bürgerversammlung dazu stattfinden. „Es mag sein, dass in der Anhörung die Höhe eine Rolle spielen wird“, meint der Vorsitzende des zuständigen Technik- und Umweltausschusses der Stadt, Peter Hansen. „Aber die Planer haben Bedenken schon Rechnung getragen, indem sie ihre Entwürfe schmaler gestaltet haben.“ Dies sei insbesondere mit Rücksicht auf die St. Marienkirche geschehen, damit das stadtbildprägende Gotteshaus aus keinerlei Blickrichtung verdeckt wird. „Dadurch ist das Hotel schlanker und eleganter geworden“, meint der Direktor der Hafengesellschaft. „Müssten wir es niedriger ausfallen lassen, würde es zugleich breiter und bulliger.“

Vor drei Jahren hatte es erhebliche Auseinandersetzungen mit der Kirchengemeinde um einen Wohnungskomplex nahe der Christian-X.-Brücke über den Sund gegeben. Am Ende wurde der Neubau von sechs auf fünf Etagen abgeschmolzen. „Wir haben aus der Kontroverse gelernt und stehen in einem guten Dialog über die Hotelentwürfe“, sagt der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Ejler Skjerning. „Es geht jetzt um keine große weiße Säule mehr, sondern um einen etwas gedämpfteren Komplex als das erste Bauprojekt“, sagt er. „Wir sind nicht aus Bosheit gegen irgendetwas – aber die Kirche lag nun einmal zuerst am Hafen. Wir werden uns zu Wort melden, wenn das Hotelprojekt in die Anhörung geht.“ Neben dem Hotel und Badeland sind ein Haus des Wissens, ein Multi-Kulturhaus, ein Bürogebäude sowie Wohnungen in der Form gedrehter Quadrate die nächsten Schritte bei der Umsetzung des Gehry-Plans.

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