Flensburg : Hotel für Haus 9 in Sonwik?

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04. November 2010, 06:49 Uhr

Flensburg | Noch ist nichts entschieden, und es wird nichts versprochen. Aber Sonwik könnte ein weiterer möglicher Standort für ein neues Hotel in Flensburg werden. Das zuletzt von der Bundespolizei genutzte, seit Jahren jedoch leer stehende Haus gleich links von der Zufahrtstraße (Haus 9) gehört schon seit 2009 der Sonwik-Gruppe und soll in absehbarer Zeit für eine neue Nutzung flott gemacht werden. Zu den Optionen gehört auch die Umgestaltung als Hotel, bestätigte gestern Torsten Koch, Geschäftsführer von Bauplan Nord und einer der Sonwik-Begründer.

Zuvor hatte der Umwelt- und Planungsausschuss der Ratsversammlung die erforderlichen Planänderungen angeschoben. Einstimmig wurde beschlossen, den Flächennutzungsplan "Ehemalige Bonte-Kaserne" und den Bebauungsplan "Klärwerk Kielseng / Bonte-Kaserne" entsprechend zu ändern und damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine neue Nutzung des Backstein-Gebäudes aus dem Zweiten Weltkrieg zu schaffen. Diesen Schritt will Koch in jedem Fall abwarten, bevor entschieden wird, was aus Haus 9 werden soll.

Mit Bauplan Nord hat Torsten Koch unter anderem in Flensburg und Hamburg Hotel-Projekte realisiert, die meisten davon für die Accor-Gruppe (unter anderem "Etap" und "Mercure"). Koch: "Wir wissen, wie man ein Hotel baut." Bisher sei jedoch eine Hotel-Nutzung nur eine "Planungsvariante". Ebenso sei es möglich, in dem Gebäude einen Mix aus Wohnen und Gewerbe oder Dienstleistungen oder aber nur Gewerbe zu installieren. Eine reine Wohnnutzung hingegen schließt Koch aus. Wichtig sei, was das Emissionsgutachten hinsichtlich möglicher Lärmemissionen von den Stadtwerken und Geruchsemissionen vom benachbarten Klärwerk ergebe.

Das Klärwerk lag denn auch den Mitgliedern des Planungsausschusses auf der Seele. Dessen Existenz und Entwicklungsmöglichkeiten seien auf jeden Fall zu sichern, forderten Edgar Möller (SSW) und Stephan Kienaß (SPD). Während Harro Teichmann (WiF) kaum Konflikte zwischen einem Hotel und dem Klärwerk sah ("Die haben ihre Geruchs emissionen im Griff"), widersprach hier Jörg Petersen (FDP): "Die haben die nicht immer im Griff." Kienaß regte zudem an, den Namen "Bonte" aus der Gebäudebezeichnung zu tilgen; Friedrich Bonte war Offizier in der Kriegsmarine und im Zweiten Weltkrieg an der Norwegen-Invasion beteiligt.

Aus dem Ausschuss kam zudem der Wunsch, die Dreiecksfläche zwischen der Sonwik-Zufahrt und der Ziege lei straße in die Planung zu integrieren. "Das wird planungsrechtlich kompliziert", gab jedoch Friedrich Kroll aus der Stadtplanung zu bedenken.

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