Haus 2 : Hotel-Boom geht weiter: Jetzt Sonwik

Neu in Sonwik: Das Hotel soll im lang gestreckten Haus 2 (weiß) und in dem Neubau links daneben untergebracht werden. Hinten links mit grünem Dach ist die geplante Parkpalette zu sehen, während die links daneben dargestellte Garage (dunkelgrau) entfällt. Vorn links das Kapitänshaus, unten Wasserhäuser.
Neu in Sonwik: Das Hotel soll im lang gestreckten Haus 2 (weiß) und in dem Neubau links daneben untergebracht werden. Hinten links mit grünem Dach ist die geplante Parkpalette zu sehen, während die links daneben dargestellte Garage (dunkelgrau) entfällt. Vorn links das Kapitänshaus, unten Wasserhäuser.

Die Betreiber des Hotels „Altes Stahlwerk“ in Neumünster wollen aus Haus 2 ein Wellness-Hotel machen. Das Projekt besteht aus drei Teilen.

shz.de von
03. Juni 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Anfang des Jahres hat die Bundeswehr das Gebäude verlassen. Damit ist Sonwik praktisch vollständig „entmilitarisiert“. Und es gibt auch schon konkrete Pläne für das lang gestreckte Haus 2 ganz im Norden des maritimen Quartiers an der Förde: Die Sonwik-Investoren würden hier gern ein Hotel unterbringen und haben auch schon einen Betreiber dafür.

Jan Pinnow ist ein Flensburger Jung und hat Erfahrungen mit dem Thema. Zusammen mit seinem Partner Stefan Johannsen betreibt er in Neumünster seit 2012 das Hotel „Altes Stahlwerk“, das landesweit zu den bedeutendsten neuen Hotel-Projekten zählt. „Das hat ähnlichen Charakter und Charme“, sagt Pinnow über das ehemalige Marine-Gebäude, in dem früher eine Torpedoschule und ein Heizkraftwerk untergebracht waren. Und es stammt auch aus der gleichen Zeit wie das frühere Industriegebäude der Nordischen Stahlwerke.

Das für Sonwik geplante Hotel-Projekt besteht aus drei Teilen: dem Haus 2, das nach dem Vorbild der anderen Sonwik-Häuser behutsam erneuert und um Balkone sowie Gauben erweitert werden soll, einem Neubau an Stelle des nördlich sich anschließenden Gebäudeteils, der zum Abriss bestimmt ist, und einer Parkpalette am Eingang zum Osbektal; hier steht bislang eine alte Bunkeranlage. Die Parkpalette soll ein Gründach erhalten.

Der Erweiterungsbau wird durch eine fünf Meter breite Fuge vom Bestandshaus optisch abgegrenzt. Durch seine Gestaltung mit großen Fensterfronten – vier vertikale, darüber eine großflächige horizontale – ist es eindeutig als modernes Gebäude erkennbar. „Es wird sich optisch auf das benachbarte Kapitänshaus beziehen“, so Pinnow. Durch seine Proportionen – wie das Bestandshaus soll es drei Geschosse erhalten – und die Verwendung von rotem Klinker für die Fassade werde es sich in das Gesamtensemble einfügen.

„Ich finde das Projekt hervorragend“, sagte Chefplaner Peter Schroeders spontan gegenüber dem Tageblatt. Im Gestaltungsbeirat wurde die Planung bereits vorgestellt; das Gremium empfiehlt es zur Umsetzung. Der Planungsausschuss der Ratsversammlung muss das gemeindliche Einvernehmen für das Projekt erteilen; es gibt keinen Bebauungsplan. Die Öffentlichkeit wird nicht unmittelbar beteiligt; die Pläne werden im Internet vorgestellt, der Bürger hat dann die Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Auf Seiten des Sonwik-Konsortiums als Eigentümerin des Gebäudes hat die Firma IGA-Haus die Federführung.

Stefan Johannsen und Jan Pinnow wollen in Sonwik ein Wellness-Hotel einrichten, das sie als Ergänzung zum bestehenden Hotel-Angebot der Stadt verstehen. „Wir gehen davon aus, dass Flensburg so ein Hotel braucht.“ Und es soll etwas sein, „das es in Deutschland so oft nicht gibt.“ Der Wellness-Bereich ist mit Innen- und Außenpool geplant und steht auch Nicht-Hotelgästen offen. Das gilt ohnehin für das Restaurant und das Café. Bislang sind 85 Zimmer vorgesehen, allesamt für das bestehende Haus 2. „Wenn alles gut läuft, hoffen wir, Ende des Jahres eine genehmigte Bauplanung zu haben“, so Johannsen. Dann werde man 2016 mit Umbau und Sanierung beginnen. Über Sterne und Preise wollten die beiden Hoteliers aber derzeit noch nichts sagen.

www.altes-stahlwerk.com

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