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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 18:10 Uhr

Hommage an Goya

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„The sleep of reason – Ode an Goya“: Der in Flensburg geborene Berliner Gitarrist Arne Jansen stellte sein drittes Album auf dem Hof des Schifffahrtsmuseums vor. Die Kompositionen sind inspiriert von Bildern des spanischen Maler Francisco de Goya und orientieren sich an der Gedichtform einer Ode. Sie beginnen mit einem Motiv, welches sich zur Klanglandschaft ausbreitet. In dieser Fläche spielen die drei Musiker mit Dynamik, Sound und Rhythmik, um zum Ende wieder zum Motiv zurückzukehren.

„Ich lerne immer noch“, heißt es bei Goya, und mit diesem Titel steigt das Trio in den Abend ein. Das Publikum ist unruhig, Regen kündigt sich an. Doch Arne Jansen lenkt die Aufmerksamkeit mit kleinen Geschichten auf die Bühne und die Musik. In „Tauromaquia“ übertragen die Musiker die schmerzlich erregende Dynamik eines Stierkampfes. Der Schlagzeuger Andreas Backhaus treibt den Puls im Solo nach vorn. Eine verzerrte, aber nie enervierende Gitarre bohrt sich in Schleifen der Besessenheit in dem Stück „Pilgrimage“, einem stummen Protest Goyas gegen die Inquisition.

Ruhig und gesetzt-tänzerisch unterlegt Andreas Edelmann am akustischen Bass das Stück „Rise & Fall“, welches den zweiten Teil des Konzertes mit dem Gastmusiker Ulf Meyer einleitet. Arne Jansen hatte das Glück, von diesem herausragenden Gitarristen auf seine Aufnahmeprüfung in Berlin vorbereitet zu werden. Ulf: „Ich habe ihm nur ein paar Griffe gezeigt und was er draus gemacht hat, ist fantastisch.“

Der Charakter des Konzertes verschiebt sich in Richtung Swing und Blues. Die Gitarristen zeigen sich in ihren unterschiedlichen Spielarten und öffnen ein Fenster zur Musikgeschichte der Stadt. „Love is blindness“, ein Stück der Band U2, hält eine Überraschung parat: Arne hat seine Schwester, die Sängerin Birgid eingeladen. Ihre warme und kraftvolle Stimme malt mit Arnes Gitarrensounds ein eindrucksvolles Abschlussbild in den Nachthimmel.



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erstellt am 20.Aug.2013 | 18:07 Uhr

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