Holzhaus-Projekt in der Warteschleife

Schwieriges Terrain: Hinter dem Sportplatz fällt das Gelände ab. Kann der TSB hier sein Areal erweitern? Foto: Staudt
Schwieriges Terrain: Hinter dem Sportplatz fällt das Gelände ab. Kann der TSB hier sein Areal erweitern? Foto: Staudt

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03. Dezember 2012, 03:59 Uhr

Flensburg | Alle waren und sind begeistert von dem innovativen Bauprojekt an der Eckener-Straße. Ein Team aus Flensburger Investoren und Berliner Architekten plant - wie berichtet - auf einem Teil des früheren Storno- und Motorola-Geländes den Bau von fünf Hochhäusern in Holzbauweise mit insgesamt 60 Wohneinheiten - "gestapelten Einfamilienhäusern", wie es hieß. Jetzt muss das Projekt in eine kurze Warteschleife: Dem benachbarten Turn- und Sportbund (TSB) geht es zu schnell. Er fürchtet, dass mögliche Optionen einer Erweiterung des Vereinsgeländes eingeschränkt werden könnten.

Der TSB hatte sich mit einem Brief an die Ratsfraktionen gewandt und seine Bedenken geäußert. Die verfingen vor allem beim SSW: "Das ist eine sehr komplexe Thematik", sagte Sönke Wisnewski und bat um Verschiebung des Themas auf Januar 2013. Damit kam er aber nicht durch. Am 11. Dezember stehen die Häuser - darunter das angeblich höchste Holzhaus der Welt - wieder auf der Tagesordnung, und dann soll auch der offizielle Startschuss für das Planverfahren fallen.

Aber der SSW-Vertreter hat Recht: Das Thema ist vielschichtig. Es geht nicht nur um den Eckener-Platz, es geht auch um den Schützenhof. Die dortigen, ebenfalls zum TSB gehörenden Anlagen müssen dringend saniert werden. Doch mittlerweile gibt es erste Ideen, das Areal für den Sport aufzugeben und dort Wohnbebauung zu ermöglichen. Dann bräuchte der TSB Ersatzflächen. Aber wo?

Für den Verein ist offenbar eine Vergrößerung der Flächen an der Eckener-Straße zumindest eine Option, obwohl das Gelände schwierig ist. "Eine Erweiterung auf der Fläche, die für die fünf Holzhäuser vorgesehen ist, ist nicht möglich", sagte Stadtplanerin Claudia Takla Zehrfeld. "Es ist nur 35 Meter breit" - zu schmal für einen Fußballplatz. Außerdem fällt das Gelände ein paar Meter ab.

Dennoch fühlt sich Flensburgs größter Sportverein offenbar überfahren. In der Sitzung erhielt der 2. Vorsitzende Olaf Neumann Rederecht und bat um Aufschub des Grundsatzbeschlusses. Jetzt soll die Zeit bis zum 11. Dezember für Gespräche zwischen Stadt und TSB genutzt werden. Dabei wird es wohl nicht zuletzt um Erweiterungsmöglichkeiten anderswo gehen. Vom Vorschlag des WiF-Ratsherrn Elmar Westphal, einen neuen Standort bei der Comenius-Schule aufzumachen, halten die TSB-Offiziellen aber dem Vernehmen nach nicht viel. Sie bevorzugen es, an der Schnittstelle zwischen der Westlichen Höhe und dem Norden der Stadt zu bleiben.

Die Bedenken des TSB seien zwar nachvollziehbar, räumte Jörg Pepmeyer (Akopol) ein, sie seien aber "Kopfkon struktionen". Das neuartige Wohnprojekt der Berliner Architekten sei viel zu wichtig für die Stadt, als dass man es auf Januar schieben könne. Davor warnte auch der Chefplaner Peter Schroeders und ergänzte, dass der TSB von einem Start des Planungsprozesses keinen Schaden haben werde. "Unsere Bebauungspläne sind wasserdicht", so Schroeders. Damit hob er auf warnende Stimmen ab, die einen möglichen Konflikt zwischen dem Sportbetrieb und der künftigen Wohnnutzung sehen - mit möglichen Nachteilen und Beschränkungen für den hin und wieder lautstarken Sport.

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