Bildung in Flensburg : Hohlwegschule: Neubau und Kita am alten Standort

Das Gartenhaus, Schlichtbau der Nachkriegszeit, soll weg
Das Gartenhaus, Schlichtbau der Nachkriegszeit, soll weg

Bildungsausschuss verabschiedet sich einstimmig von Planungen östlich der Käte-Lassen-Schule

shz.de von
22. Mai 2018, 04:15 Uhr

Eigentlich war das Aus für Flensburgs ältestes Schulgebäude, die Hohlwegschule an der Glücksburger Straße, bereits vor drei Jahren beschlossen. Doch weil die Stadt an einem neuen Standort auf Jürgensby Anwohnerproteste mit langwierigen Planungen befürchtet und die Kommunalen Immobilien der Stadt das historische Gebäude mit einem Trick doch wieder in die Pläne einbeziehen könnte, wird nun ein Neubau auf dem weitläufigen Gelände hinter der heutige Schule favorisiert. Der Kniff der Immobilienexperten besteht darin, das Dachgeschoss gar nicht mehr mit einzuplanen und die anderen Etagen des Altbaus vor allem für Büros und Verwaltung vorzusehen. Damit entfiele die teure Brandschutzsanierung des gelben Backsteingebäudes mit den beiden großen Treppenhäusern.

Der Bildungsausschuss votierte einstimmig für diese Lösung. Damit können jetzt unabhängig voneinander eine neue große Kita mit bis zu 120 Plätzen im Bereich des heutigen Schulsportplatzes und ein Schulneubau samt Zweifeld-Sporthalle unter Einbeziehung des Altgebäudes entstehen – direkt im Anschluss an das Haupthaus Richtung Schulhof.

Die Skizzen, die Stadt-Architekt Ralf Ebelt im Ausschuss erläuterte, hätten allerdings erst das „Frühstadium einer Vorplanung“ erreicht, erklärte der Schul-Architekt. Den Neubauplänen zum Opfer fallen sollen das sogenannte „Gartenhaus“, ein nicht nur energetisch problematischer Schlichtbau aus der Nachkriegszeit, sowie das heutige Toilettenhaus, ein Anbau am Hauptgebäude. Und fallen dürften wohl auch etliche Exemplare der alten Kastanien und Birken, die dem innenstadtnahen Areal seinen Reiz verleihen.

Die Vorplanung legt einen eingeschossigen Neubau nahe, der sich auf der kompletten Breite des Altbaus über den heutigen Schulhof und das Gartenhaus bis weit in den Schulgarten erstreckt. Er würde mit der in die Erde abgesenkten Zweifeld-Turnhalle enden. „Auf den ersten Blick ist das ein Riesenflächenverbrauch“, gab Ebelt zu. Diese Variante würde nach seiner Ansicht den Charme des denkmalgeschützen Ensembles von Haupthaus und 20er-Jahres-Sporthalle am ehesten erhalten. „Je höher, desto kompakter und weniger behutsam im Denkmalschutz“, so Ebelts Formel. Allerdings würde ein zweistöckiger Bau weit weniger von dem Gelände verschlingen, „voluminöser auf kleinerer Fläche“, nannte das Ebelt. Die heutige Turnhalle könnte künftig zum Beispiel für den offenen Ganztag oder die Mensa genutzt werden.

Die neue Kita Hohlweg soll autark auf dem heutigen Schulsportplatz entstehen – und benötigt wohl eine eigene Erschließung über den Schulgang und die Adelbyer Straße.

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