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Kita Adelby1 : Hoher Besuch von der Kita-Ministerin

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kristin Alheit machte sich ein Bild von der Umsetzung des Inklusionsgedankens in der Praxis und von Erfahrungen und Problemen vor Ort.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2015 | 08:30 Uhr

Flensburg | Sonnenschein zur Sommertour. Und so hätte Kristin Alheit gern noch ein bisschen länger draußen verweilt. Draußen vor der Tür von „Adelby  1“. Doch die Pflicht rief: Die Familienministerin besuchte die integrative Kindertagesstätte am Preesterbarg, um sich über den aktuellen Stand des Modellprojekts „Inklusion“ zu informieren. Im Gespräch mit Leiterin Sabine Mau, dem Geschäftsführer der Kinder- und Jugenddienste, Heiko Frost, sowie Mitarbeitern machte sich die Ministerin ein Bild von der gelebten Praxis in der Einrichtung.

Ihr erster Weg führte in die Bewegungshalle. Dort galoppierten die Kleinen wie wild um eine Tipi – „Indianer“ nämlich war das Motto des Tages. Physiotherapeutin Silke Schwerdtfeger leitete das Spiel an, das von der Ministerin aufmerksam verfolgt wurde. „Es geht hier um die Förderung der Psychomotorik“, erläuterte Silke Schwerdtfeger. Springen, Klettern, Krabbeln – alles Formen der Körpererfahrung, ohne jeden Leistungsdruck. „Einige muss man bremsen in ihrem Bewegungsdrang, andere muss man motivieren.“

Die SPD-Politikerin kam natürlich nicht mit leeren Händen. Sie übergab ein buntes Schwungtuch, das sofort ausprobiert wurde. Auch die Ministerin legte Hand an und machte mächtig Wind – sehr zur Freude der Kinder.

Nächste Station vor dem abschließenden Rundgang über das Freigelände: Der Singkreis gleich nebenan. Hier stellte sich jeder mit seinem Namen vor. Kristin als „Kita-Ministerin“, die noch die Simone mitgebracht hatte. Gemeint war Simone Lange, SPD-Landtagsabgeordnete und Bürgermeister-Kandidatin für Flensburg. Kristin Alheit erläuterte den Kindern der Runde den Grund ihrer Visite: „Ich guck mir an, ob das hier gut läuft – und dann kann ich vielleicht dafür sorgen, dass es woanders auch so gemacht wird.“ Die insgesamt zehn Modell-Projekte, die neben Flensburg in Neumünster, Dithmarschen und dem Kreis Pinneberg angesiedelt sind, sollen zeigen, wie gut Inklusion in Kitas funktionieren kann. „Adelby  1 kann dabei auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen“, lobte Alheit, „und gute Ideen darf man durchaus auch mal klauen.“

Sie verwies auf einen großen Nachholbedarf in ländlichen Gebieten, grundsätzlich auch im Inventarbereich. In Flensburg gibt es aktuell 280 Kita-Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf, 95 von ihnen werden bei Adelby1 betreut. Der Modellversuch soll Antworten auf die Frage liefern, wo eventuell gesetzlich nachgesteuert werden müsse. „Wir sind da hochmotiviert“, sagt die Ministerin gegenüber dem Tageblatt.

Als im „Zeigekreis“ jedes Kind stolz sein derzeitiges Lieblingsspielzeug präsentierte, wurde sie mit kleinen Höhlenmenschen, Stoffhasen und Schneemännern konfrontiert; ebenso von einer auf weißem Pferd „in echt“ reitenden Barbie-Puppe. „Im Ministerium hat mir keiner gesagt, dass es so etwas gibt“, meinte Kristin Alheit mit gespielter Verwunderung. Um abschließend von einem Erlebnis aus einer anderen Kita zu berichten, die sie zuvor besucht hatte. Dort habe sie die Knirpse gefragt, ob auch Flüchtlinge in den Gruppen untergebracht seien. Die bemerkenswerte Antwort: „Eigentlich nur Kinder.“

 

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