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Schule für Strategische Aufklärung : Hoher Besuch bei Flensburgs Cyber-Armee

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Hinter denkmalgeschützten Mauern werden Spezialisten für die Cyberabwehr ausgebildet. Der Inspekteur der neuen Truppe kam zu Besuch.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 17:37 Uhr

Flensburg | Wie schützt man die Kommunikation in Wlan-Netzen vor feindlichen Mitlesern, wie können Hackerangriffe abgewehrt, und wie kann bei Netzattacken zurückgeschlagen werden? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die neu gegründete Cyber-Armee der Bundeswehr. Und die Soldaten aller Waffengattungen, die in Flensburg einen Lehrgang an der Schule für Strategische Aufklärung der Bundeswehr besuchen.

Am Dienstag bekam die Ausbildungsstätte hohen Besuch: Der Inspekteur des im Frühjahr aufgestellten Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum (CIR), Generalleutnant Ludwig Leinhos, war zu Gast an der Förde und informierte sich über die Arbeit an der Schule.

In einem Hörsaal sitzen mehrere Soldaten. Ihr Lehrer ein Zivilist. Die Aufgabe: Einen Wlan-Zugang aufbauen und damit ein Gegner sie nicht aufklären kann, soll eine Art Lauschabwehr installiert werden.

Wie könnte das funktionieren? Die Soldaten bieten Lösungsvorschläge an, die weniger technikaffine Menschen vermutlich kaum verstehen, geschweige denn in die Praxis umsetzen können. Aber: „Wir leben in einer hochdigitalisierten Welt“, sagte Leinhos. Dies biete nicht nur Vorteile sondern berge auch viele Herausforderungen, denen moderne Staaten gegenüber stehen. Dieser Entwicklung soll mit dem CIR Rechnung getragen werden. Die Aufgabe der in Bonn ansässigen Einheit: Hackerangriffe im Internet abwehren und bei Netzattacken zurückschlagen.

Leinhos machte aber deutlich, dass dies eine gesamtstaatliche Aufgabe sei. Sein Bereich sei zuständig, wenn Einrichtungen und Systeme der Bundeswehr betroffen sind. Ansonsten übernehmen die dem Bundesinnenministerium unterstellten Einrichtungen wie die Polizei.

Neben der Abwehr könnte die neue Truppe theoretisch auch Angriffe starten. Aber, machte Leinhos deutlich, „dafür brauchen wir ebenso ein Mandat wie bei anderen Einsätzen“.

Die Cyber-Streitkraft gilt als Lieblingsprojekt der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie reagiert damit auf zunehmende Attacken auf die Netze der Truppe. Die neue Organisationseinheit wurde am 1. Juli offiziell in Dienst gestellt. Ihr sind 13.500 Soldaten und zivile Kräfte unterstellt. Dafür wurden verschiedene Bereiche zusammengelegt, etwa das Militärische Nachrichtenwesen oder das Geoinformationswesen. Auch die Schule für Strategische Aufklärung gehört seit dem 1. Juli zur CIR. Voll einsatzbereit soll die Truppe erst 2021 sein - dann mit 15.000 Soldaten und zivilen Kräften

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