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Strandleben : Hoffnung für den Solitüde-Pavillon

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gespannte Erwartung nach dem Ende des Pachtvertrages für das Ristorante Italia und die zugehörige Rotunde am Strand

Sommerferien, und immer noch perfektes Urlaubswetter: Da rücken Hafen und Strände in den Blick der Flensburger und Feriengäste. Deshalb bringt das Tageblatt seine Sommerserie „An der Wasserkante“. Heute: Die Gastronomie am Strand von Solitüde.

Das Restaurant „Bellevue“ an der Hafenspitze und der Pavillon am Strand von Solitüde haben zweierlei gemeinsam. Sie sind verwaist und werden in der laufenden Saison nicht mehr bewirtschaftet – sie sind darüber hinaus in dieser exklusiven Lage ein Armutszeugnis auf der touristischen und gastronomischen Landkarte der Fördestadt.

Während man sich in Flensburg bereits damit abgefunden hat, dass das Bellevue in diesem Sommer nicht mehr öffnen wird, richten sich die Augen gespannt auf die Entwicklung in Solitüde. Der runde Bau auf dem Weg zur Badebrücke befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. Dreck und Spinnweben an den weiß getünchten Wänden, in der Tür zur Behinderten-Toilette klafft ein riesiges Loch. Vandalismus.

Bistro und Imbiss sind geschlossen, selbst die Läden des Kiosks, der im letzten Jahr noch Eis, Erfrischungen und kleine Stärkungen bereit hielt, sind heruntergelassen.

Einzig die DLRG hält hier mit ihrer Wachstation die Stellung. Die Rettungsschwimmer wissen nichts über die Zukunft der Rotunde, bis auf das Gerücht, dass sie einen neuen Eigentümer gefunden habe. Sie hoffen, dass sie bleiben dürfen – und der Komplex neu belebt wird. Der obere Trakt, der inzwischen nur noch geschlossenen Veranstaltungen vorbehalten ist, wurde in diesem Jahr nur ein einziges Mal genutzt, weiß DLRG-Schwimmerin Birgit Haß (20): „Eine Hochzeitsgesellschaft hat hier unlängst gefeiert.“

Die Stadt als Eigentümerin des Grundstücks, in das auch das „Ristorante Italia“ direkt neben dem Minigolfplatz vertraglich eingebunden ist, hat es im Jahre 1999 auf Basis des Erbbaurechts verpachtet. „Der Leerstand ist bedauerlich“, sagt Verwaltungssprecher Thomas Kuchel, „offenbar war es nicht möglich, den Pavillon wirtschaftlich zu betreiben.“ Zwar habe es schon mehrfach Beschwerden gegeben, doch man habe keine Möglichkeit, den Eigentümer zu einer gastronomischen Nutzung zu zwingen. Der Vertrag sehe allein vor, dass er Räumlichkeiten für die DLRG bereit halte und für die sanitären Anlagen Sorge trage. Kuchel: „Kiosk und Restaurant sind allein Sache des Pächters.“

Als Inhaber von Restaurant und Pavillon ist noch die Ristorante Italia Solitüde GmbH ausgewiesen, Geschäftsführer Amilcare Patrevita wollte gegenüber dem Tageblatt keine Auskunft über die Zukunft des gastronomischen Betriebes und eine potenzielle Nachfolgelösung geben.

Dem Vernehmen nach wird der Italiener auf dem Areal der Robbe & Berking-Werft ein neues Domizil finden. Das ist offiziell allerdings nicht bestätigt. Unternehmenschef Oliver Berking war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ursprünglich war ein Engagement im Klarschiff-Komplex angedacht. „Wir hätten das Restaurant gern hier gehabt und haben es durchaus versucht“, bestätigt Investor Gerd Theilen, der dort auch eine Wohnung sein eigen nennt. Doch unter den Miteigentümern habe sich leider keine Einigung abgezeichnet. Theilen stellt klar, dass sein Vitalhotel Alter Meierhof keinesfalls die gastronomische Nutzung in Solitüde übernehmen würde, wie es mehrfach kolportiert wurde. „Das entbehrt jeder Grundlage.“

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erstellt am 16.Aug.2014 | 08:30 Uhr

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