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Nordstadt Flensburg : Hölzerne Hochhaus-Pläne werden langsam konkret

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine private Baugruppe und Berliner Architekten wollen an der Eckenerstraße modernes Wohnen realisieren.

Es ist mit Sicherheit eines der mutigsten Flensburger Wohnbauprojekte der letzten Jahrzehnte. Ein kleines, junges Berliner Architekturbüro möchte an der Eckenerstraße vier bis zu zehnstöckige Wohnhäuser in Holzbauweise errichten – ohne finanzstarken Investor im Hintergrund, sondern mit den späteren Bewohnern als Bauherren. Im Februar soll der Entwurf als Plan beschlossen und dann öffentlich ausgelegt werden. Wenn alles gut geht, könnte das erste Haus 2015 fertig sein, sagt Architekt Markus Lager.

Die Planung ist nicht neu, stammt von 2012, wird jetzt aber langsam konkret. Die Baugruppe umfasst zwar erst sieben Parteien, scheint aber fest entschlossen, das Konzept umzusetzen und geht auch finanziell in Vorleistung. Architekt Lager stellte das Projekt auf Einladung des Vereins Flensburger Baukultur in einem öffentlichen Vortrag in der Werkkunstschule vor, zusammen mit einer Übersicht über bestehende und geplante Bauprojekte in Berlin und Brandenburg.

Anders als im konventionellen Mehrfamilienhausbau ermöglicht E28 – so der Arbeitstitel des Bauprojekts mit der Adresse Eckenerstraße 28 – individuelle Grundrisse der Wohneinheiten. Ab erstem Geschoss haben die Wohnungen allesamt Fördeblick. Die Treppenhäuser liegen extern und sind durch wind- und regengeschützte Brücken mit den Wohnhäusern verbunden. Die vier Häuser liegen nicht exakt ausgerichtet nebeneinander, sondern sind individuell positioniert, um jeweils optimale Sonneneinstrahlung und möglichst gute Sicht zu ermöglichen. Der Fahrweg verläuft zwischen Häusern und Treppenhäusern; nach Süden hin liegen die Grünflächen für die Bewohner. Für die Grünplanung ist das Flensburger Büro Natur und Kultur mit im Boot. Lager nannte auf Nachfrage aus dem Publikum 2000 Euro als Quadratmeterpreis für die Wohneinheiten.

Nicht alle Wohneinheiten sollen mit dem Baugruppenmodell realisiert werden. Man werde auch eine Genossenschaft gründen, kündigte der Berliner an, und für die Vermietung von Wohnungen werde es einen Investor geben. Es seien fußläufige Verbindungen zum Jens-Due-Weg und zum künftigen Wohngebiet Schwarzenbachtal (heute noch Bundeswehr) vorgesehen. Für die Detailplanung werde es ein von der Bundesstiftung Umwelt gefördertes Forschungsprojekt geben.

„Im Gestaltungsbeirat gab es eine intensive Diskussion, am Ende aber ein sehr positives Ergebnis“, sagte Eiko Wenzel als Vertreter der Baukultur. „Wir haben hier ein sehr sportliches Architekturbüro, es springt über jede neue Hürde, die man vor ihm aufbaut.“ Im Herbst 2013 hat eine Gruppe des Vereins Bauprojekte von Kaden & Partner in Berlin besichtigt.

Im Bezirk Prenzlauer Berg hatte das Büro das erste siebengeschossige Holzhaus Europas gebaut. Die Häuser haben einen Stahlbetonanteil von 20 bis 30 Prozent, der unabdingbar ist. Um Schallschutzvorschriften einzuhalten, verwenden Kaden & Partner Decken aus einem Verbund aus Holz und Beton. Der Bau mit vorgefertigten Teilen erfordere viel Planung und höchste Präzision bei den Herstellern. Doch man sei in Europa technisch mittlerweile auf einem höheren Stand als in Nordamerika, wo das Bauen mit Holz weiter verbreitet sei.

 

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erstellt am 24.Jan.2014 | 11:00 Uhr

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