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Gelting : Hochwassergefahr: Bürger fordern Hilfe

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Straßendurchlass zu eng – bei Starkregen droht acht Anliegern in Lehbek Überschwemmung.

Gelting | „Wir sind mit unserer Geduld am Ende und wollen uns nicht mehr von der Gemeinde vertrösten lassen.“ Das sagen die Anlieger der Lehbeker Dorfstraße, die sich dort versammelt haben, wo sich ihrer Auffassung nach ein gefährliches Nadelöhr befindet: ein Durchlass unterhalb der Straßenbrücke. Hier staut sich bei starken Regenfällen das Wasser der Lehbeker Au und führt – wie zuletzt vor zwei Jahren – zu erheblichen Überschwemmungen. Eine große Wiese, die auf der westlichen Seite der Gemeindestraße angrenzt, verwandelt sich bei solchen Extremlagen in einen regelrechten See. Das Hochwasser, das durch das erst im Jahr 2008 eingebaute Rohr nicht abfließen kann, überschwemmt dann auch sieben bis acht Grundstücke, darunter die ehemalige Lehbeker Meierei. Hab und Gut sind dann gefährdet. „Wir fordern die Gemeinde Gelting auf, diese permanente Bedrohungssituation umgehend zu entschärfen“, sagt Anlieger und Wortführer Jan Petersen.

Zuständig für eine bauliche Vergrößerung des Betonrohrs mit einem doppelten Querschnitt ist nicht der Wasser- und Boden-Verband Hunau-Lehbeker Au, der ein Verbandsgebiet in den Gemeinden Rabenholz, Stangheck, Niesgrau, Esgrus und Gelting zu betreuen hat. Dem Vernehmen nach hat der Verband lediglich die Aufgabe, den Durchlauf der Au unterhalb der Nordstraße sicherzustellen, und da gibt es nach den Beobachtungen der Lehbeker Bürger keine Probleme mit dem Abfluss.

Die Au hat ihre Quelle bei Wippendorf, schlängelt sich über Magdalenenhof (Gemeinde Stangheck) zum Engpass Lehbek und vereinigt sich jenseits der B 199 mit der Gaarwangau, ehe dieses – im Normalfall harmlose – Fließgewässer zwischen Gelting-Mole und Wackerballig in die Geltinger Bucht mündet.

Jan Petersen und sein Nachbar Reinhard Häusler weisen darauf hin, dass bei der Hochwasserkatastrophe im September 2011 auch die Lehbeker hohe Schäden hinnehmen mussten. Keller liefen voll, die Flut stand hoch über der Dorfstraße. Vor allem elektrische Haushaltsgeräte gingen kaputt. „In den folgenden Jahren mussten wir weiterhin beunruhigende Pegelstände und Überflutungen der vorgelagerten Wiesen und Felder beobachten“, sagt Reinhard Häusler. Ursächlich seien die Starkregen-Ereignisse, die an Häufigkeit zugenommen hätten.

Geltings Bürgermeister Uwe Linde, der mit den Betroffenen aus Lehbek nach einer befriedigenden Lösung des Problems suchen will, favorisiert die Neuverlegung eines zusätzlichen Rohrs, das leicht verschwenkt unter der Straßenbrücke zum Nordstraßen-Durchlass führen und Entlastung bringen soll. Die Kommune rechnet mit etwa 12  000 Euro für diese Alternative. Demgegenüber betont Jan Petersen: „Wir geben jedoch zu bedenken, dass dies nur eine verhältnismäßig kleine Vergrößerung des Durchlasses bedeutet.“

Eine Neukostruktion des bestehenden Rohrs mit doppeltem Querschnitt würde nach ersten Schätzungen rund 30  000 Euro Haushaltsmittel erfordern. Bürgermeister Linde gestand in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung den Handlungsbedarf ein. Es sei notwendig, den Rat eines Sachverständigen einzuholen.

Damit erklären sich auch die Lehbeker einverstanden. Sie appellieren an die Gemeindevertreter: „Bitte handeln Sie und lassen Sie uns nicht erst wieder nasse Füße bekommen.“

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erstellt am 11.Jul.2017 | 13:41 Uhr

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