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Musikfreunde Flensburg : Hochkarätiges garantiert

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verein der Musikfreunde startet wieder mit sechs anspruchsvoll ausgewählten Konzerten in die Saison / Heute Auftakt mit dem Aris Quartett

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 08:28 Uhr

Martin Stadtfeld war einer der Shooting Stars in der internationalen Pianisten-Szene. Als 22-Jähriger ließ er die Musikwelt mit seiner eigenwilligen Interpretation der Bachschen „Goldberg-Variationen“ aufhorchen – und wurde fortan mit Glenn Gould verglichen. Und tatsächlich: Im Gegensatz zu vielen allzu früh umjubelten „Supertalenten“ fiel er aus der Höhe nicht tief herab. Stadtfeld kann nicht nur Bach – er filtert auch aus Mozart, Mendelssohn, Liszt oder Rachmaninow in gekonnter Manier seine ganz persönliche Essenz heraus. Und mit Mahler und Brahms kommt er nun nach Flensburg.

Der Coup ist dem Verein der Musikfreunde zu verdanken. Dem 550 Mitglieder starken Zusammenschluss ist es immer wieder gelungen, in den letzten 20 Jahren Hochkaräter an die Förde zu lotsen. Nicht zuletzt ein Verdienst der Vorsitzenden Brita Schmitz-Hübsch, die in dieser Zeit das Zepter schwang. Das hat sie nun an Jochen Frank (59)übergeben. Und der ist voll des Lobes über seine Vorgängerin. „Sie hat den Verein groß gemacht und die Qualität der Konzerte maßgeblich geprägt.“

Frank hat dabei besonders die stark nachgefragten Meisterkonzerte im Blick, die jeweils an einem Sonntagvormittag im Stadttheater zelebriert werden. Vier pro Saison. Am Sonntag, 19. November, gastiert Stadtfeld dort mit dem vielfach ausgezeichneten Szymanowski Quartett aus Polen; zusammen werden sie Mahlers Klavierquartett a-moll und das Klavierquintett f-Moll op.34 von Johannes Brahms zu Gehör bringen. Zudem steht das „Vogelquartett“ von Haydn auf dem Programm. Die weiteren Meisterkonzerte bestreiten das Variation 5-Bläserquintett (21.1.), das Pianisten-Duo Mona und Rica Bard (18.2.), für dessen Darbietung ein zweiter Flügel gesponsert wurde, und das renommierte Daedalus Quartet aus den USA, das man im Rahmen seiner Deutschland-Tournee verpflichten konnte, wie der 2. Vorsitzende Martin Grosser betont.

Mit der moderierten Reihe „Classic after Work“ setzt der Verein gezielt auf ein jüngeres Publikum. Sie firmierte ehemals unter dem Titel „Podium junger Solisten“ und soll durch eine lockere Atmosphäre (Snack und Sekt inklusive) die Hemmschwelle für den Genuss klassischer Kost herabsetzen. Das könnte unter anderem mit dem Aris Quartett gelingen, das heute um 18.30 Uhr in der Sozietät Hoeck, Schlüter, Vaagt (Lise-Meitner-Straße 15) mit einem gefälligen Mozart, einem anspruchsvollen Schostakowitsch und einem abschließenden Schumann aufspielt. Die junge Viererbande spielt schon seit Jahren zusammen und Martin Grosser ist sich sicher: „Die sind auf dem Sprung, wir werden noch Einiges von ihnen hören!“ Es folgt am 5. Februar im Flensborghus das als „unwiderstehlich“ gerühmte Berliner Boulanger Trio.

Mit diesen sechs Konzerten ist der ehrenamtlich geführte Verein an seine Grenzen gelangt. „Mehr geht nicht“, stellt Jochen Frank fest, „eine weitere Steigerung wird kaum möglich sein. Die Meisterkonzerte sind allein über das Abo regelmäßig ausverkauft, zurückgehalten wird nur ein kleines Restkontingent. Selbst die Mitglieder können nicht vollständig partizipieren. „Und die Abos“, fügt Martin Grosser an“, werden quasi allesamt vererbt.“

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