Ortsumgehung Tarup : Hochfeld hat jetzt eine Landstraße

Bürgermeister Brüggemann  (2. v.l) bat die TBZ-Kollegen  Christian Rampf, Maren Reimann und Frank Zirbes   (v.l.) zur Testfahrt. Foto: Borm
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Bürgermeister Brüggemann (2. v.l) bat die TBZ-Kollegen Christian Rampf, Maren Reimann und Frank Zirbes (v.l.) zur Testfahrt. Foto: Borm

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27. Juli 2010, 05:37 Uhr

Flensburg | Für Tiefbauer war es ein besonders schönes Stück Arbeit: Eine brandneue Straße, eine Bahn- und eine Fußgängerbrücke und zur Krönung im nächsten Baubschnitt sogar ein Tunnel - an der K 8, strahlte Frank Zirbes, dürfen sich die Fachleute vom Bau für längere Zeit wohl letztmalig in der "Königsdisziplin des Tiefbaus" austoben. Der Bauingenieur vom Technischen Betriebszentrum war neben Bürgermeister Henning Brüggemann und seiner Chefin Maren Reimann angetreten, den zweiten Bauabschnitt der K 8 für den Verkehr freizugeben.

Seit gestern Mittag sind die südöstlichen Neubaugebiete mit der Osttangente verbunden. Rathaussprecher Thomas Hansen kündigte an, dass die Ringstraße umgehend im nächsten Schritt wieder ab Eckernförder Landstraße gesperrt werden wird.

Die "Königsdisziplin" wird voraussichtlich im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Dann folgt im dritten Bauabschnitt die Verlängerung der K 8 bis zum Tastruper Weg. Bis 2013, so Bürgermeister Brüggemann, hofft die Stadt den Anschluss bis zur Kappelner Landstraße und damit die Tarup-Umgehung hergestellt zu haben.

Schon jetzt erwartet Brüggemann mit der Fertigstellung der Hochfelder Landstraße eine spürbare Verkehrsberuhigung für den Ortsteil Tarup und eine verbesserte Anbindung an das Flensburger Straßennetz für Tastrup.

6,9 Millionen Euro kosteten den Steuerzahler die beiden Bauabschnitte - die Stadt Flensburg steuerte zum Landeszuschuss aus ihrem Etat drei Millionen Euro bei. Für den jetzt fertig gestellten zweiten Bauabschnitt wurden seit Baubeginn im September vergangenen Jahres insgesamt 20 000 Kubikmeter Erde bewegt, die ganz überwiegend in Lärmschutzdämme verwandelt wurde. Für Brüggemann ein ökologischer, weil Ressourcen schonender Nebeneffekt.

Und nicht der einzige. Der Fahrbahnbelag ist besonders geräuscharm und die für den Rad- und Gehweg vorgesehene Beleuchtung ist der letzte Schrei der Technik: LED. Die Mini-Lämpchen mit der großen Leistung und dem geringen Stromverbrauch werden gleich mit Fernbedienung installiert. Die Stadtwerke können die Leuchtkraft von der Batteriestraße aus regulieren. Die Lampen sind bestellt, aber noch nicht geliefert worden. Christian Rampf, Leiter der Tiefbauabteilung im TBZ, versicherte aber gestern, dass rechtzeitig zur dunklen Jahreszeit alles fix und fertig sein werde.

Das gilt noch nicht für die künftige Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Zwar sind Busbuchten und Wendeschleifen mit im Bauauftrag enthalten, doch wann hier welche Linie verkehrt ist noch offen. Nach Mitteilung des Rathaussprechers Thomas Hansen wird das sicher auch eine Frage der Nachfrage sein - wahrscheinlich werde diese Option intensiver untersucht werden, wenn im dritten Bauabschnitt Tastrup und das in Planung befindliche Baugebiet Tarup-Südost ans Netz gehen werden. Und hier erwartet die Ingenieure dann innerhalb ihrer "Königsdisziplin" gleich ein weiterer Leckerbissen: Der die K 8 kreuzende Rad- und Gehweg zwischen Tarup und Tastrup darf als Tunnel gebaut werden.

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