Stadtplanung : Hochfeld: Ärger um Vierer-Häuser

Im Neubaugebiet Hochfeld beschweren sich Anwohner darüber, dass Doppelhäuser für vier Parteien ausgebaut werden. Das ist legal, doch umstritten.

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21. April 2010, 11:23 Uhr

Flensburg | Im Neubaugebiet Hochfeld gibt es Beschwerden wegen einer legalen Auslegung der Bauvorschriften, die so nicht geplant war. In einigen Fällen sind in Doppelhäusern nicht zwei, sondern vier Wohnungen eingerichtet worden. Bedingung war die äußerste Ausnutzung der Baugrenzen auf den 700 Quadratmeter großen Grundstücken; dazu kommen noch große Car-Ports. Die Wohnungen in den Dachgeschossen sind nur über eine äußere Treppe an der Stirnseite zu erreichen. Die Wohnungen würden vermietet, die Besitzer selbst wohnen offenbar nicht in den Vierer-Häusern.

Bewohner traditioneller Einfamilienhäuser hätten sich bei der Stadt über diese Art des Bauens beschwert, berichtete Planungschef Frank Rolfes gestern im Umwelt- und Planungsausschuss. Dadurch würde der Charakter des Baugebiets verändert, zudem stünden zu viele Autos auf den Straßen, weil die Parkflächen an den Häusern nicht ausreichten. Auch führt diese Art des Bauens zu einer nicht gewünschten hohen Fluktuation im Baugebiet.

Dieser überraschend aufgetretene Konflikt führte zu einer kontroversen Diskussion im Ausschuss. Der Vorsitzende Frank Markus Döring regte an, das Problem über künftige Stellplatz-Auflagen in den Griff zu bekommen. Rolfes sagte eine Prüfung zu, gab aber zu bedenken, dass die Baugesetzgebung dies vermutlich nicht erlaube.
WiF kritisiert städtebaulichen Unsinn

Während Edgar Möller (SSW) Verständnis für die kritisierte dichte Bebauung äußerte - "Auch Menschen mit kleinem Geldbeutel möchten draußen im Grünen wohnen" -, sah Jörg Pepmeyer (WiF) darin die kritische Haltung seiner Fraktion zu immer neuen Baugebieten in traditioneller Form bestätigt. Er geißelte diese als "städtebaulichen Unsinn", der zudem zeige, dass die Nachfrage nach Einfamilienhäusern zurückgehe und andere Wohnformen gewünscht seien. Vor allem diese Kritik wurde von Döring deutlich zurück gewiesen, auch andere Ausschussmitglieder verteidigten die von Pepmeyer scharf kritisierten "Doppel-Doppelhäuser". Uwe Lorenzen (Grüne) sagte, der Markt führe zu diesen Wohnformen, die er als "Zwitter zwischen Doppelhaus und Geschosswohnungsbau" beschrieb.

Planungschef Rolfes fasste zusammen, dass das Baugebiet Hochfeld für die realisierten, aber nicht geplanten Bauformen "nicht ausgelegt" sei; es gehe darum, diese Fehlentwicklungen zu regulieren. Um weitere Möglichkeiten der Steuerung zu sondieren, wurde beschlossen, eine Entscheidung über das weitere Verfahren zu vertagen.

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