Hitzige Musik-Zitate in Harrislee

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Mit viel Temperament unterhalten die Musiker der Folkband Hopstopbanda in der Olen Möhl

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10. März 2014, 17:54 Uhr

Der Petersburger Schlagzeuger Sava Freudenfeld (auch Gesang) verausgabt sich vor Spielfreude und rasendem Rhythmus; immer wieder muss er sich das schweißnasse Gesicht trocknen. Alle fünf Musiker der russisch-ukrainisch-jüdisch-chilenisch-deutschen Folkband Hopstopbanda glühen vor Temperament und ansteckender Musikalität.

Direkt aus dem Häuschen geriet das Publikum der Harrisleer Olen Möhl bei den drei Konzerten am Wochenende im rappelvollen Kulturschuppen der Harrisleer SPD. Erst tanzt nur der eine oder andere Musiker mit rasselnden Rhythmusgeräten durch die Reihen. Doch bald schnipst alles den Takt mit und erklingt vielstimmiges „ras dwa tri“. Zum Schlusslied erheben sich alle, wippen begeistert mit und erjubeln sich Zugaben.

Nicht nur Russenmützen und Hüte wurden zum Hingucker. Allein Akkordeonspieler Leo Röttig beim Spiel zu beobachten, konnte einem den Atem verschlagen, so unglaublich flogen die Finger über die Tasten. Rifkat Daukaev (Gitarre, Gesang), Sergio Teran (Saxophon, Flöte, Gesang), Micha Duboff (Kontrabass) spielten und sangen, was das Zeug hält, brachten den Raum mit russischem Folk, orientalischen Elementen und Latin-Balkan Grooves auf Russisch, Spanisch, Deutsch, auch Französisch zum Kochen, schufen lockere Straßenmusikatmosphäre.

„Wir kommen viel rum, viel Rum“: Freudenfeld ist witziger Moderator der fröhlichen, in Köln ansässigen Truppe. Als Instrument stellt er Waschbrett Wladimir vor, verrät, dass das Lied „Oh mein Gott“ von Google-Hitmaker stammt. Überhaupt: „Geklaute Musik? Wir nie. Wir arbeiten mit Zitaten.“ Südamerikanische Mariachi, ukrainische Kalinka, sowjetischer Tango, das Lied vom Frühling gegen Seelen-Korrosion heizen ein.

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