Schafflund : Hits von gestern und heute

Die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder begeisterten das Publikum mit ihrem neuen Album „Sieben Himmel hoch“.  Fotos: kirschner
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Die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder begeisterten das Publikum mit ihrem neuen Album „Sieben Himmel hoch“. Fotos: kirschner

Rund 3000 Besucher waren am Sonnabend beim Schafflund Open Air / Zahlreiche Bands reißen die Zuhörer mit

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09. Juli 2018, 13:09 Uhr

Rocken, genießen, feiern – dafür stand das Schafflund Open Air bei den letzten elf Auflagen. Und dafür stand es auch 2018. Doch selten erlebten die rund 3000 Besucher ein so unterschiedliches Programm wie diesmal. Nachdem „Melted Ego“ vor allem härtere Klänge anstimmte, wählte „Wingenfelder“ eine sanftere Tour. Und „Live And Famous“ setzte vor allem auf den Wiedererkennungswert vieler Pop- und Rock-Hits von heute und gestern.

Als „Headliner“ wurden Kai und Thorsten Wingenfelder angepriesen. Die Brüder hatten das Album „Sieben Himmel hoch“ im Juni bis auf Platz neun der deutschen Charts geschossen, dabei – mit Songs über Liebe, Leben und auch Politik. Bisweilen griffen die Stargäste auf Stücke ihre „Nebenband“ zurück. So bezeichneten sie ihre niedersächsische Erfolgsformation „Fury In The Slaughterhouse“. Mit „Time To Wonder“ gab es einen Ohrwurm. Zu „When I’m Dead and Gone“ lautete das Motto: „Sport im Norden“.

Zwischendurch gestand Kai Wingenfelder, dass sie vor wenigen Tagen dieselbe Bühne betraten wie Schlagersänger Florian Silbereisen: beim ZDF-Fernsehgarten. „Die Sendeplätze im deutschen Fernsehen für Musik sind knapp geworden“, schien sich Kai Wingenfelder entschuldigen zu wollen. Gemütlich wie im ZDF-Format ging es aber auch bei ihrem Konzert in Schafflund zu. Bei „Klassenfahrt“ befand sich das Publikum auf einem Nostalgie-Trip – angereichert mit Small-Talk und süffigen Getränken. Da wollte „Wingenfelder“ dabei sein und sang während der Zugaben vom „größten Bier der Welt“.

Das Schafflunder Musik-Spektakel hatte pünktlich um 18 Uhr begonnen. „Melted Ego“ konnte noch Familienmitglieder und Freunde einzeln begrüßen, so überschaubar war die Menge. Die Hard-Rock-Kapelle wechselte zwischen Stücken „aufs Herz“ und „auf die Ohren“. Das neue Festival-Gelände im Gewerbepark füllte sich zunehmend. „Ich begrüße nun auch alle Nachzügler“, sagte Sänger Melf Hartwig. „Leider könnt ihr nur noch drei Stücke von uns hören.“ Der Zeitplan kannte keine Gnade.

Als „Live and Famous“ den finalen Gig starteten, war über die Geest nicht nur die Dunkelheit hereingebrochen, sondern auch die Temperatur gesunken. „Wir tanzen uns warm“, verkündeten die quirligen Sänger Tony Johnson und Maria Nicolaides. Das gelang mit einem breiten Spektrum an Songs. Von „We Will Rock You“ über „Ain’t Nobody“ bis „Crazy“. Als ein Salsa angesagt war, tauchte eine „Dame mit Hut“ auf und machte mit Tony Johnson gemeinsame Sache.

„Live and Famous“ sorgten für ein Novum in der Festival-Historie: Als erste Band überhaupt legte sie eine 15-minütige Pause ein. Allerdings war ihre Setliste auch ungewöhnlich lang, sie erstreckte sich bis weit nach Mitternacht. Nach der Unterbrechung regierte weiterhin die Vielfalt: Party-Kracher, Rock-Klassiker und Hip-Hop. Zu Alicia Keys’ „New York“ intonierte Maria Nicolaides mit den Einheimischen einen neuen Refrain: „In Schafflund“. Da soll am 6. Juli 2019 wieder das Open Air stattfinden.

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