Historische Stadtansichten in der Nikolai-Kirche

Elsa Reiken-Bossen vor ihrem persönlichem Lieblingsbild Foto: meissner
Elsa Reiken-Bossen vor ihrem persönlichem Lieblingsbild Foto: meissner

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28. Juli 2012, 06:35 Uhr

flensburg | Kattsund, Staßenbahnen mit Pferdegespann, die Friedenseiche und die Germania-Statue auf dem Südermarkt?

Elsa Reiken-Bossen hat zweieinhalb Jahre lang historische Ansichten von Flensburg in Aquarell gemalt. Die Künstlerin aus Timmersiek begann 1989 mit der Malerei, inzwischen gibt sie selbst Unterricht. "Die Kurse machen mir große Freude und in meinem Alter gibt es nichts schöneres, als die eigenen Erfahrungen weiter zu geben". Ihre Schüler waren es auch, die sie zu der Suche nach neuen Motiven anregten. "Das kennt man so gar nicht mehr", sagt Elsa Reiken-Bossen über die historischen Ansichten. Da ist zum Beispiel der Gang am Kattsund, eine kleine Gasse zwischen der ehemaligen Häuserzeile am Holm und der Nikolaikirche. Heute befindet sich hier ein begehbarer Flachbau mit Kiosk und Imbiss.

Auf dem ein oder anderen Bild hat die Nikolaikirche einen anderen Turm als heute. "Um 1900 schlug dort ein Blitz ein", weiß die Malerin zu berichten. Die Kirche am Südermark ist auf nahezu allen Bildern zu entdecken. "Zufall", sagt die Künstlerin, obwohl sich dadurch die Möglichkeit der Ausstellung in der Nikolaikirche ergeben habe.

Flensburg hatte viele Gesichter, die sich heute verstecken. An einigen Stellen sieht man den Mühlenstrom, beispielsweise am Pferdewasser, das sich um die Jahrhunderwende noch in eine naturnahe Landschaft schmiegt.

Die Häuser in der Großen Straße zeigen sich heute nicht wesentlich verändert. Doch die Menschen auf der Straße trugen vor mehr als 100 Jahren aufwendige Kleider und Hüte. Das Lieblingsbild der Malerin zeigt eine detailreiche Szene am Hafen nach der Sturmflut von 1872. "Da steckt schon viel Herzblut drin".

Als nächstes wird sich Elsa Reiken-Bossen malerisch der norddeutschen Landschaft widmen, das Kapitel "Historische Ansichten" ist erstmal abgeschlossen.

Bis zum 5. August kann die Ausstellung in der Nikolaikirche besucht werden. Mit etwas Glück kann man die Künstlerin vor Ort treffen.

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