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Stadtteile und Quartiere in Flensburg : Historische Perlen und Geisterhäuser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwischen oberer Angelburger Straße und Sandberg gibt es viele interessante Entwicklungen, aber auch noch etliche Probleme.


Seit zwei Jahren ist in Flensburg geregelt, wie und wann die Stadtteilforen als politische Vertretungen der Quartiere eingebunden werden. Seit diesem Jahr engagiert sich in jedem Stadtteil mindestens ein Forum. Grund genug für das Tageblatt, zum Jahresende zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Ergänzt wird der Stadtteil-Überblick durch Daten des neuen Sozialatlas 2016. Heute: Peter Petersen von der IG Südliche Altstadt und Gernot Nicolai vom Forum Jürgensby/Sandberg , die sich in überschneidenden Gebieten um den Sandberg kümmern.


Herr Petersen, was ist das Besondere an Ihrem Viertel, das es von allen anderen unterscheidet?
Die Angelburger Straße gehört zu den ältesten und historisch wertvollsten Stadtteilen in Flensburg. Ich glaube, das ist vielen Flensburgern und auch vielen Bewohnern im Stadtteil nicht bewusst.
Durch die Verlagerung der ehemals vielen Handels- und Dienstleistungsunternehmen in verkehrlich besser zu erreichende Gegenden erodierte unser Stadtteil in den letzten Jahren sehr. Aber auch das bietet Chancen, und das ist bei genauem Hinsehen auch zu entdecken.

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil/Viertel 2016 etwas bewegt?
Im Zuge der Sanierung der Peco-Höfe haben die Wohn- und Geschäftshäuser in der oberen Angelburger Straße sehr gewonnen und tragen zum besseren Gesamteindruck bei. Wir hoffen, dass sich die Mühe von Herrn Carlsson lohnt und er geeignete Mieter auch für die Geschäfte bekommen wird. Auch das Haus Nr. 66 (Andresen Rum) ist eine Perle geworden und ganz liebevoll saniert. Die Wohnungen waren sofort vermietet. Weiter ist die Kita von Adelby1 in der ehemaligen Sparkassenfiliale eingezogen, und wir freuen uns über den neuen Nachbarn und dessen junge Bewohner. Auch hat sich im nahen Umfeld in der Heinrichstraße gegenüber vom Sandberg ein Bio-Supermarkt angesiedelt, der eine tolle Auswahl an frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sowie eine große Käsetheke und vieles, was den konventionellen Supermarktkunden anspricht, im Geschäft hat.

Was ist das größte Thema, das 2016 im Stadtteil liegengeblieben ist?

Sorgenkind ist nach wie vor der ungeklärte Zustand der Immobilie an der Ecke Johannisstraße/Hafermarkt, der ja der Investor vom letzten Jahr abgesprungen ist. Wir sind nur froh, dass uns Aldi als Lebensmittler und Kik als Textildiscounter bei der Stange bleiben und den „Schandfleck“ mit Leben füllen.

 

Wie soll es mit diesem Thema vorangehen?
Wir haben ja wenig Einfluss auf die Kräfte, die dort am walten sind, würden aber zu jeder Zeit das Unsere dazu beitragen, dass sich alles positiv entwickelt. Es wäre ein Traum, wenn das Geisterhaus wieder mit einem Vollsortimenter zur Nahversorgung und Aldi endlich seine Flächenerweiterung bekommen würde.

Welches weitere Thema wollen Sie 2017 anpacken?

Unser Dauerthema Bahndamm und die Neuordnung des Verkehrs werden uns sicher auch 2017 begleiten.

 

Was wünscht sich Ihr Forum vor der künftigen Oberbürgermeisterin?
Ich wünsche ihr viel Rückhalt in der Verwaltung und eine glückliche Hand auf den wichtigen Feldern. Wie es scheint, wird sie auch in der Öffentlichkeit wahrnehmbar sein, das ist mal etwas Neues.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der Flensburger Politik?
Frühzeitige Einbindung in Belange, die unser Viertel tangieren. Es ist anscheinend noch nicht an allen Stellen der Verwaltung angekommen, dass Bürgerbeteiligung von der Politik gewünscht ist.

Welches Thema in Ihrem Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?
Der Zustand des Bahndammes zur Friedrich-Ebert Straße hin. Ich wundere mich darüber, dass die Stadt diesen Schandfleck einfach ignoriert, ich habe inzwischen aufgegeben, etwas bewirken zu wollen. Bei der Bahn ist niemand zu erreichen. Ich habe einige Telefonnummern von „Insidern“ erhalten, bei denen niemand ran geht oder zurückruft. In Flensburg ist auch niemand zu erreichen, nach mehreren Besuchen im Bahnbetriebswerk, bei dem ich Nachrichten hinterließ und nichts passierte, habe ich frustriert aufgegeben. Der Bahndamm hat es verdient, aufgehübscht zu werden. Wenn man bedenkt, dass der Urlauber oder auch der Tagestourist vom Deutschen Haus kommend an so einem verkommenem Punkt vorbei muss und vielleicht noch an der Ampel steht, um dann das ganze Ausmaß des Verfalls zu sehen. Der denkt der sich doch seinen Teil. Der erste Eindruck zählt!

 

Warten auf Kita-Bauplatz

Gernot Nicolai vom Forum Jürgensby/Sandberg nennt einige wichtige Themen, die Jürgensby und der Sandber 2017 auf der Agenda haben - von der neuen Hohlwegschule samt Kita-Neubau bis zur Lösung für die Flüchtlingscontainer an der Kanzleistraße:


"Jürgensby hat immer noch dörflichen Charakter. Das ist erkennbar für jeden, der am Hafen steht und zur St. Jürgen-Kirche und der Goethe-Schule aufblickt. Der Sandberg hat einen alten Kern,aber auch alle anderen Siedlungsformen und den einzigartigen Campus. Bewegt hat sich kaum etwas, jedoch sind Voraussetzungen geschaffen worden. Der zuständige Ausschuss hat beschlossen, eine Kita zu bauen. Leider fehlt noch der Bauplatz. Die Hohlwegschule soll erweitert werden, aber wann, wo und wie ist offen. Wir werden am 15. Februar unser nächstes Treffen um 19 Uhr in der Hohlwegschule haben und dort weitere Themen ansprechen, zum Beispiel die Unterkünfte für Asylbewerber an der Schule am Campus. Es ist keinem normalen Menschen zu erklären, warum dort bei Leerstand keine Studenten wohnen dürfen. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, dann müssen diese schnellstmöglichst geschaffen werden. Weitere Themen: Beleuchtung der Verbindungswege Campus-Stadt, Instandsetzung Schreiberstraße, Installierung einer Station, an der Radfahrer ihre Räder mit Luft versorgen können. Es muss deutlich werden, dass die Oberbürgermeisterin wieder die Verwaltung führt und nicht umgekehrt. Sie sollte unserem Forum gegenüber so offen sein wie bisher. Von der Politik wünschen wir uns weiter Akzeptanz und Berücksichtigung des Bürgerwillens."
 

Nächste Folge: Mürwik

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erstellt am 30.Dez.2016 | 13:45 Uhr

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