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Die Zwölfer kommen nach Flensburg : Historische Momente auf der Förde: Robbe & Berking Sterling-Cup

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Flensburger Segelclub erwartet die größte Flotte klassischer 12mR-Traumschiffe – sehenswerter Aufgalopp in Dyvig und Sonderburg.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2015 | 08:07 Uhr

Flensburg/Sonderburg | Das hat es davor nicht und seit 2001 nicht gegeben, als der Zirkus um die bodenlose Kanne America’s Cup 150-jähriges Jubiläum feierte: Zu den Regatten um den Robbe & Berking Sterling-Cup vom 1. bis 5. Juli werden auf der Flensburger Förde 15 Vertreterinnen der klassischen 12mR-Klasse an den Start gehen. Auf schlanken, schönen Booten wie diesen wurde bis 1987 um die wohl prestigeträchtigste Segeltrophäe auf dem Globus gesegelt. Reiche Männer und noch reichere Syndikate versenkten Milliarden, um einmal, einmal nur, diesen hässlichen Pott in die Luft zu stemmen, den die Amerikaner den Briten 1851 vor Cowes bei einem Wettrennen wegschnappten, um ihn 132 Jahre lang erfolgreich zu verteidigen.

Vom 1. bis zum 5. Juli zeigt sich die Flensburger Förde als Revier des Sterling-Cups erneut als Zentrum für diese und andere zeitlos eleganten Yachten der Meterklasse. Der Begriff geht auf die Jahre 1906 und 1907 zurück, als sich die führenden Nationen im damals prestigeträchtigen internationalen Segelsport auf eine gemeinsame Vermessungsformel und Baustandards für Rennyachten verständigten.

Berking veranstaltet mit dem Flensburger Segelclub als Organisator des sportlichen Teils seit 2001 hochkarätige Wettbewerbe für Meterklasse-Yachten, schon seit 20 Jahren bittet er die im Zuge einer weltweiten Renaissance wachsende Flotte der klassischen America’s-Cup-Yachten zum Stelldichein an die Flensburger Förde. Im 150. Jubiläumsjahr des FSC begrüßten die Flensburger 32 Boote der 5.5-Klasse (German & Dutch Open), 32 Boote zur Amateur-WM der Drachen und eben jene 15 Zwölfer-Majestäten, Beleg für die wachsende Bedeutung Flensburgs für diese klassischen Regattayachten. 98 dieser Boote wurden zwischen 1906 und 1958 gebaut, 44 sind übrig geblieben, 15 von denen gehen auf der Förde an den Start, zwei weitere sind auf dem Gelände der Robbe&Berking Yachtwerft im Projektstadium zu besichtigen, eine weitere lief gerade mit 76-jähriger Verspätung in Flensburg vom Stapel. Mit Recht freut sich Berking über eine Entwicklung, die nur ein kühner Traum war, als er vor 20 Jahren den Sterling-Cup aus der Taufe hob. „Man traut es sich kaum zu sagen. Aber Flensburg ist mittlerweile weltweit Zentrum für die klassische Zwölfer-Szene, also das, was vor langer Zeit einmal Newport/Rhode Island war.“

Die Gästeliste erklärt den Überschwang. Die in Glücksburg beheimateten „Sphinx“ und „Anitra“ bekommen Besuch von legendären Yachten: Aus Norwegen beispielsweise „Erna Signe“, „Vema II“ und die als 15mR vermessene „Magda XIII“. Aus Finnland kommt nach mehrjähriger Restaurierung „Blue Marlin“ , neu im Ostsee-Revier ist die legendäre „Vim“, eine der schnellsten je gebauten 12er-Yachten, die neben „Thea“ und „Vanity“ aus Dänemark anreist. Etwas zu früh kommen Cup und Europameisterschaft für die Sensation der Saison: die Baunummer 434 des norwegischen Konstrukteurs Johan Anker. Berkings Werft baute sie nach Plänen des Meisters von 1939 für den Kopenhagener Unternehmer Erik Larsen. Sie soll am Sonnabend, 4. Juli, im Kreise ihrer direkten Verwandten auf den Namen „Siesta“ getauft werden. „Alle sind natürlich rasend neugierig, wie dieses Schiff segelt, aber die Vorbereitungszeit reichte dann einfach nicht“, so Berking.

Auch nördlich von Flensburg dürfte die Flotte der Schönen für Furore sorgen. Alle Yachten und Crews treffen sich am Dienstag (30. Juni) in der Bucht von Dyvig auf der Halbinsel Alsen, um am Mittwoch (1. Juli) eine kleine Zubringer-Regatta nach Flensburg auszusegeln. Die schmale Zufahrt zur lauschigen Lagune wurde für diesen Besuch extra vertieft.

Eine Extrawurst mit Fotomotiv gibt es auch in Sonderburg. Berking zufolge wird die Klappbrücke dort für die Yachten mit ihren 30 Meter hohen Masten geöffnet und erst geschlossen, wenn alle durchgesegelt sind. Start in Dyvig ist um 11 Uhr, für die Brückenpassage in Sonderburg werden alternativ 12.30Uhr und 13 Uhr genannt. Die Regatten auf der Flensburger Förde sollen am Donnerstag, 2. Juli, um 12.30 Uhr beginnen.

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