Hotel-Planung in Flensburg : Hilton am Rathaus wird noch höher

Stadt der Türme: Sowohl Rathaus (l.) als auch Hotel (M.) sind deutlich niedriger als der Turm der Nikolaikirche (im Hintergrund r.).
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Stadt der Türme: Sowohl Rathaus (l.) als auch Hotel (M.) sind deutlich niedriger als der Turm der Nikolaikirche (im Hintergrund r.).

Nach über sechs Jahren Planung am Neumarkt benötigt das Hotel-Projekt noch einmal die Zustimmung der Kommunalpolitiker

shz.de von
27. November 2017, 06:09 Uhr

Es ist ein langer Weg zum Baubeginn, und er ist immer noch nicht zu Ende. Noch einmal muss das Hotel-Projekt am Rathaus in den Planungsausschuss, noch einmal gibt es eine gravierende Änderung der Pläne. Ein ganzes Stockwerk höher soll es werden, auch etwas breiter, und so wird es am Ende zu einem kleinen Bruder des Rathauses dahinter. Morgen entscheidet sich im Umwelt- und Planungsausschuss, ob die Bagger dann auch bald anrollen können.

Mit dem Hotel-Projekt des Flensburger Investors Gerd Theilen („Alter Meierhof“, „Klarschiff“) wird das Ensemble am Neumarkt komplettiert. Das Hotel – Betreiber wird die internationale Kette Hilton – füllt die Lücke zwischen dem Dienstleistungszentrum mit Barmer und Commerzbank im Westen und Sydbank im Osten.

Schon im Sommer 2015 stimmte der Ausschuss der Planung mit elf Obergeschossen zu. Bis zur Baugenehmigung vergingen noch einmal eineinhalb Jahre; dabei wurden noch einmal 80 Zentimeter draufgelegt. Zumindest im Sommer 2015 stand aber noch nicht fest, dass es ein Hilton werden würde. Als die zweitgrößte Hotelkette weltweit mit dem klingenden Namen ins Boot kam, mussten die Pläne nochmal auf den Tisch, weil bestimmte Zimmergrößen und -formate vorgegeben sind, wie Axel Kohrt, Vorsitzender des zuständigen Ausschusses im Rathaus, sagte.

Und so setzten die Planer in der aktuellen Version ein ganzes Geschoss und damit 4,60 Meter drauf. Auch ist der Turm nicht mehr 16, sondern jetzt 18 Meter breit. Der Entwurf spricht eine deutliche Sprache – oder besser: zwei Sprachen. Während der Turm ganz klar eine optische Beziehung mit dem Rathaus eingeht, das ein paar Meter dahinter steht und gut zehn Meter höher ist, nimmt der viergeschossige Sockel des Gebäudes mit seiner gegliederten Backstein-Fassade ebenso deutlich Bezug zur benachbarten Sydbank auf.

Die Vorgeschichte dieser Bebauung in zentraler Lage ist mindestens sechs Jahre alt. Theilen plante hier zunächst ein Bürohaus, das sich in Form und Größe eher an der Sydbank orientierte. Das Projekt führte zu kontroversen Diskussionen in der Politik und zog sich hin – bis der vorgesehene Hauptmieter, die VR Bank, absprang und gegenüber selbst baute (und mittlerweile fertig und eingezogen ist). Jetzt sattelte Theilen um von Büro auf Hotelnutzung, sein Architekt kam auf die Idee mit dem angedeuteten Doppelturm. Der aktuelle Entwurf sieht zwölf Obergeschosse auf einem Erdgeschoss vor, unter dem in der Tiefgarage die Besucher ihre Autos parken können. Im Erdgeschoss soll ein gastronomisches Konzept unter Beteiligung der Flensburger Brauerei umgesetzt werden; im Mittelpunkt stehen Produktion und Ausschank von Craft Beer.

Der Ausschuss – Beginn der Sitzung 16 Uhr im Technischen Rathaus 2, Schützenkuhle – muss das Gemeindliche Einvernehmen erteilen; allerdings ist schwer vorstellbar, dass die Politiker das Projekt nach sechs Jahren Planungszeit wegen 4,60 Meter zusätzlicher Höhe scheitern lassen werden.

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