Schleswig : Hilfestellung im Pflege-Dschungel

Wollen Betroffenen bei allen Fragen rund um das Thema Pflege eine Hilfe sein: Silvia Naeve (links) und Elke Schmidt (rechts) mit Kreisgesundheitsamts-Leiterin Jutta Korte. Foto: wim
Wollen Betroffenen bei allen Fragen rund um das Thema Pflege eine Hilfe sein: Silvia Naeve (links) und Elke Schmidt (rechts) mit Kreisgesundheitsamts-Leiterin Jutta Korte. Foto: wim

Kreisgesundheitsamt hat nach gescheiterten Verhandlungen mit den Krankenkassen in Schleswig eine unabhängige Beratungsstelle eingerichtet.

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15. April 2013, 07:08 Uhr

Schleswig | Neutral, kostenlos und streng vertraulich: Das verspricht der Fachdienst Gesundheit des Kreises all denjenigen, die die neu eingerichtete Beratungsstelle für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige in Anspruch nehmen. Konkrete Aufgabe dieser Pflegeberatung, deren Schwerpunkt auf der Betreuung von Senioren liegt, ist es laut Kreisgesundheitsamt, sowohl Betroffene und deren Angehörige als auch niedergelassene Ärzte in allen Fragen zu beraten, die sich aus den Bereichen Altenpflege, Pflegehilfsmittel, ambulante und vollstationäre Versorgung sowie Betreuungsleistungen ergeben.

Dafür stehen in den Räumen des Gesundheitsamtes in der Moltkestraße 22 in Schleswig mit Silvia Naeve und Elke Schmidt zwei Mitarbeiterinnen zur Verfügung, die sich jeweils bereits seit vielen Jahren beruflich mit dem Thema Pflege befassen. Naeve ist examinierte Altenpflegerin mit Weiterbildung zur Pflegesachverständigen sowie Qualitätsmanagement-Beauftragte. Letzteres trifft auch auf ihre Kollegin Elke Schmidt zu, die vor ihrer Tätigkeit beim Kreis viele Jahre als Krankenschwester im Intensivbereich gearbeitet hat.

"Sehr viele Menschen wissen gar nicht, was es alles an Angeboten und Möglichkeiten im Bereich der Altenpflege gibt, das ist oft sehr unübersichtlich und schwer zu verstehen", sagt Elke Schmidt. Der klassische Fall für eine Pflegeberatung sei, dass eine Frau anruft, deren Mutter nach einem Unfall im Krankenhaus lag und nun plötzlich in ein Pflegeheim muss, erklärt sie weiter. Dann müsse oft schnell gehandelt werden, obwohl man sich zuvor kaum Gedanken über die ganzen Konsequenzen, die mit so einem Schritt zusammenhängen, gemacht habe. "An wen können wir uns wenden, was steht uns zu, welche Anträge brauche ich?": Das sind laut Silvia Naeve dann die typischen Fragen, die in der Pflegeberatung auf sie einprasseln.

Dass es sich bei dieser Pflegeberatung nur um ein niederschwelliges Angebot handelt, weiß auch Jutta Korte, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Sie verweist aber darauf, dass es bei den Verhandlungen mit dem Land und den Pflegekassen über eine Beteiligung an der Finanzierung eines so genannten Pflegestützpunktes, der neben einer Beratung auch die Koordinierung aller regionalen Versorgungs- und Unterstützungsangebote übernehmen würde, keine Einigung gegeben habe. Zum Hintergrund: Das Pflegeweiterentwicklungsgesetz sieht seit 2008 die Einrichtung eines solchen Stützpunktes vor. Dieser soll demnach von den Kranken- und Pflegekassen eingerichtet werden, unter jeweiliger Beteiligung der Kreise und kreisfreien Städte. "Seit 2009 ist dieses Thema immer wieder vom Sozialausschuss behandelt worden. Aber die Sondierungsgespräche mit den Kassen haben zu keinem Ergebnis geführt", sagt Heike Albert, Fachbereichsleiterin Soziales, die unter anderem darauf verweist, dass es dem Kreis nicht möglich gewesen sei, die laut Landesrahmenvertrag geltenden Standards hinsichtlich der personellen Ausstattung eines Pflegestützpunktes zu erfüllen. Das Anforderungsprofil sieht vor, dass dort zwei Pflegefachkräfte in Vollzeit eingesetzt werden. Zu viel für die klamme Kreiskasse.

So haben sich am Ende die Heimaufsicht und der Kreis auf das nun eingeführte Model der Pflegeberatung geeinigt. Auch in dem Wissen, "dass der Bedarf an Unterstützung in diesem Bereich immer größer wird", wie Korte betont. "Es ist also nur gut, dass es überhaupt ein Angebot gibt."

Neben der persönlichen Beratung vor Ort bieten Naeve und Schmidt, die nun jeweils ein Viertel ihrer Arbeitskraft in diese Aufgabe einbringen sollen, auch telefonische Infogespräche oder Hausbesuche an. "Wir schreiben auch Gutachten für die Sozialträger, helfen bei Eilanträgen oder vermitteln den Kontakt zu anderen Infostellen", sagt Naeve und fügt mit einem Augenzwinkern an: "Langweilig wird uns hier also sicher nicht."

Kontakt: Pflegeberatung des Fachdienstes Gesundheit des Kreises Schleswig-Flensburg, Moltkestraße 22-26., 24837 Schleswig; Telefon: 04621/8100, E-Mail: silvia.naeve@schleswig-flensburg.de, elke.schmidt@schleswig-flensburg.de.

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