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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 03:47 Uhr

Kooperation : Hilfe auf dem dänischen Markt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue grenzüberschreitende Initiative: Die IHK Flensburg und ihre Schwesterkammer in Kopenhagen bieten einen gemeinsamen Service - die gute Konjunktur hilft dabei.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 18:57 Uhr

Die Zeichen für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und in Dänemark stehen gut – ein ausgezeichneter Zeitpunkt, um Unternehmen aus beiden Ländern den Eintritt in den Markt des Nachbarn zu ermöglichen. Das Wissen um die Voraussetzungen will die Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg bieten, zusammen mit der deutsch-dänischen Handelskammer in Kopenhagen. Beide steigen in eine intensive Zusammenarbeit ein, um Firmen einen umfassenden Beratungs-Service zu bieten. Das Projekt wurde gestern in der IHK in Flensburg vorgestellt.

Es ist offenbar eine Initiative zum richtigen Zeitpunkt. Die Bemühungen um einen gemeinsamen Wirtschaftsraum beiderseits der Grenze laufen seit Jahren, „und jetzt tragen sie Früchte“, stellt Dirk Nicolaisen fest, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK und Dänemark-Experte. Es seien immer mehr Anfragen von Unternehmen zu bearbeiten.

In dem Bereich haben die Kammern viel zu bieten. Die Kammer in Kopenhagen liefert detaillierte volkswirtschaftliche Betrachtungen, die IHK Flensburg mit einer Ausrichtung auf das Nachbarland, wie sie kaum eine andere deutsche Handelskammer bieten kann, sowie ein eingespieltes Netzwerk.

Dass die Region gut daran tut, sich auf ihre eigenen Fähigkeiten zu besinnen und sie zu mobilisieren, betonte Ole Daubjerg, Vorsitzender des Entwicklungsrates Sønderjylland. Sowohl die Region Südjütland als auch Schleswig-Holstein hätten dasselbe Problem: Sie würden von den Regierungen in Kopenhagen und Berlin nicht wahrgenommen. Die Diskussion um die Verkehrsinfrastruktur mache deutlich: Jede Seite warte darauf, dass die andere die Initiative ergreife. „Aber wir brauchen jetzt eine gemeinsame, deutsch-dänische Planung.“

Den wirtschaftlichen Hintergrund für eine derartige Zusammenarbeit zugunsten der Unternehmen zeichneten Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein und sein Kollege aus Kopenhagen, Reiner Perau. Stein: Die Konjunktur habe sich seit dem Frühjahr deutlich belebt. Perrau wies auf die Vorteile des dänischen Marktes für deutsche Unternehmer hin: Die Lohnstückkosten seien höher als in Deutschland, die Verschuldung sinke, insbesondere die der öffentlichen Hände. „Die Ampeln stehen auf grün“, deutsche Unternehmer sollten den dänischen Markt in den Blick nehmen.

Peter Michael Stein nutzte das Forum, um nachdrücklich zu den Verkehrsbehinderungen durch den desolaten Zustand der Rader Hochbrücke Stellung zu nehmen. Kritik am Verhalten der Kammer wies er zurück. Allerdings sei es nicht ihre Sache, Kritik an die falsche Adresse zu richten – das Land. Verantwortlich für die Misere sei der Bund. Die IHK führe ständig Gespräche und bemühe sich, Ausweichmöglichkeiten für die Logistikketten der Unternehmen aufzuzeigen.

Noch einmal griff Dirk Nicolaisen das Thema grenzübergreifender Wirtschaftsraum auf. „Ich habe eine Vision.“ Als Ergebnis eines weiteren Schrittes der Zusammenarbeit sehe er ein „Haus der deutsch-dänischen Wirtschaft, mit allem Service, von mir aus mitten auf der Grenze“.


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