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Marktschwärmer in Flensburg : Hier trifft der Kunde seinen Bauern

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Online kaufen – in der Stadt abholen: Der „Marktschwärmer“-Wochenmarkt eröffnet am 13. Juni um 16.30 Uhr im Brasseriehof

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2017 | 10:14 Uhr

Immer mehr Menschen wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt, wo sie herkommen und wer sie herstellt. Was liegt da näher, als die Erzeuger während des Einkaufs einfach persönlich danach zu fragen? Die Marktschwärmer-Idee macht’s möglich.

In Flensburg entsteht der erste Marktschwärmer-Wochenmarkt im Brasseriehof. Zur Eröffnung der sogenannten Schwärmerei am 13. Juni von 16.30 bis 18 Uhr sind die Nachbarschaft und alle Interessierten zum Kennenlernen und Kosten herzlich eingeladen. Danach findet der Markt immer dienstags zur selben Zeit statt.

Die Schwärmerei Flensburg wurde von Sandra Beck gegründet. „Mir geht es vor allem darum, regionale Erzeuger zu unterstützen und den Flensburgern einen leichteren Zugang zu deren tollen Produkten zu ermöglichen“, sagt die 45-jährige, die im Hauptberuf als Autorin arbeitet. „Bei Marktschwärmer kommt der Hofladen einfach in die Stadt!“ Nach monatelanger Vorbereitung will Sandra Beck ab sofort den wöchentlichen Markt organisieren und so dafür sorgen, gute Lebensmittel aus der Region direkt in die Nachbarschaft zu bringen – und die Bauern gleich mit.

Das Projekt Marktschwärmer will eine direkte Verbindung zwischen den Erzeugern und Verbrauchern einer Region schaffen: Die Kunden bestellen bequem im Onlineshop ihrer Schwärmerei auf www.marktschwaermer.de. Einmal in der Woche kommen Kunden und Erzeuger für anderthalb Stunden in der Schwärmerei vor Ort zusammen, um die Bestellungen persönlich zu übergeben.

Die Lebensmittel stammen ausschließlich von bäuerlichen Erzeugern, Lebensmittel-Handwerkern und kleineren Manufakturen aus der Region, im Durchschnitt liegen zwischen Herstellungsort und Treff nicht mehr als 27 Kilometer Transportweg. Zum Sortiment gehören Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren, Brot, Honig, Käse und Molkereiprodukte sowie ausgewählte Feinkostwaren. In Flensburg soll ein großer Teil der angebotenen Produkte bio-zertifiziert sein.

In der Schwärmerei handeln Erzeuger und Verbraucher direkt miteinander: Der Kunde bezahlt seinen Warenkorb direkt nach der Bestellung online. Der Erzeuger gibt von seinem Nettoumsatz 8,35 Prozent an den Gastgeber für die Organisation der Schwärmerei und 8,35 Prozent an Marktschwärmer für die Bereitstellung der Plattform ab. Der Großteil der Einnahmen bleibt mit 83,3 Prozent beim Erzeuger.

Das Projekt erleichtere gerade kleineren Erzeugerbetrieben den Zugang zu Kunden, die Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit in ihrem Einkaufskorb legen, findet Sandra Beck: „Die Erzeuger bestimmen die Preise für ihre Produkte selbst – weil sie selbst am besten wissen, was ein fairer Preis für ihre Arbeit ist.“ Dank der Vorbestellung über den Onlineshop könne der Erzeuger exakt planen und vermeidet unnötige Kühl-, Transportkosten und die Verschwendung verderblicher Ware.

Die Mitgliedschaft in der Schwärmerei sei für Kunden flexibel: Es gibt weder Mitgliedsbeiträge noch Mindestumsatz oder Bestellpflichten. Am meisten schätzten Mitglieder aber, dass sie die Herkunft ihrer Lebensmittel direkt nachvollziehen können. Der persönliche Kontakt mit den Erzeugern schaffe Vertrauen in die Qualität der Produkte und ein gutes Gefühl der Gemeinschaft.

Die Idee der Online-Direktvermarktung kommt aus Frankreich, wo seit 2011 unter dem Namen „La Ruche Qui Dit Oui” (Der Bienenkorb, der Ja sagt) bereits knapp 800 Schwärmereien entstanden sind. In Deutschland startete das Netzwerk im Herbst 2014. Derzeit sind schon rund 30 lokale Märkte in sieben Bundesländern geöffnet, weitere 80 sollen in Kürze folgen.


Internet: https://marktschwaermer.de/de-DE/assemblies/9990 Email: sc.beck@web.de

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