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Gesundes Essen : Hier bestimmen die Kinder, was auf den Tisch kommt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kindertagesstätte Stuhrsallee hat ihr ernährungspädagogisches Konzept vorgestellt.

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | In der Kita Stuhrsallee gibt es Erbsensuppe für alle Geschmäcker – ob klassisch mit Schweinewürstchen und Kassler, mit Putenwürstchen oder vegetarisch. Möglich macht das die hausinterne Küche, die auf die meisten Essenswünsche individuell eingehen kann.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ausgezeichnete Kita, die nachmittags auch einen Hort für Schulkinder anbietet, hat ihr ernährungspädagogisches Konzept vorgestellt. Oberbürgermeister Simon Faber nutzte die Gelegenheit, sich ein Bild davon zu machen.

Im Konzept wird Wert darauf gelegt, alle Sinne zu schulen. Kita-Leiterin Barbara Tatzel ist wichtig, den Kindern gesunde Lebensmittel durch Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken näherzubringen. Die Kinder lernen neue Gemüsesorten kennen – von der Aubergine bis zur Zucchini.

Darüber können sie selbst bei der Essensauswahl mitwirken. „Wir wollen die Kinder aktiv beteiligen“, sagt Tatzel. Nach jedem Essen können die 110 Esser im Alter von einem bis 14 Jahren angeben, wie es ihnen geschmeckt hat. Das Ergebnis werde dann zusammen mit dem Küchenteam ausgewertet und der Essensplan daran angepasst, erläutert Tatzel. „Die Kinder sollen mit Lust und Genuss essen dürfen.“ Deshalb werde auf alle Geschmäcker eingegangen.

Aufgrund der eigenen Küche, in der Anja Ewert zusammen mit zwei weiteren Köchinnen für zufriedene Kinder sorgt, kann die Kita spontan auf besondere Essenswünsche eingehen. Dabei wird auf Essverhalten aller Art Rücksicht genommen – ob sie einen religiösen Hintergrund haben, allergisch bedingt sind oder das Kind ein vegetarisches oder veganes Mittagessen bekommen soll.

Die Erbensuppe zum Beispiel wurde auf einer vegetarischen Basis gekocht. Der sechsjährige Yakhin hatte die fleischfreie Variante zum Mittagessen. Das Essen war „richtig lecker“, findet er. Toll sei außerdem, dass er mitbestimmen darf, was es zum Essen geben soll.

Stadtsprecherin Berit Erichsen betont, es gebe keine Verbote in den städtischen Kitas. Lediglich auf die Vorgaben der DGE müsse Rücksicht genommen werden. Diese schreiben unter anderem vor, dass es mindestens einmal die Woche Fleisch und einmal Fisch geben muss. Ob Schwein, Pute oder Rind – alle Speisen werden so vorbereitet, dass Extrawünsche kein Problem darstellen. Solche individuellen Essenszubereitungen seien kein neues Thema. Schon seit einigen Jahren werde darauf Rücksicht genommen, so Erichsen.

Sechs der elf städtischen Kitas haben eine eigene Küche, in der täglich mit frischen Zutaten gekocht wird. Die übrigen fünf werden von diesen beliefert, sodass alle Kitas einen frischen und individuellen Mittagstisch anbieten können.

Maren Jensen, Leiterin der städtischen Kindertagesstätten, beobachtet, dass Eltern immer mehr Wert auf gesunde und frische Küche legen würden. „Einige Eltern beschweren sich, dass es den Kindern bei uns besser schmeckt als zuhause“, schildert sie mit einem Augenzwinkern.

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