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Adventskalender : Heute: In der Flensburger Weihnachtsbäckerei

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Plätzchen, Kekshäuschen und Vanillekipferl – so gelingen sie zur Adventszeit. Ein Backprofi gibt Tipps und verrät Tricks. Vier junge Gäste dürfen Birgit Claussen unterstützen. Und die Leckereien natürlich auch probieren.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 00:15 Uhr

Flensburg | Allmählich wird es draußen dunkel und es sieht nach einer kalten, sternenklaren Nacht aus. Die Kochwerkstatt von Birgit Claussen jedoch ist hell und warm erleuchtet und die schicke Hochglanzküche weihnachtlich geschmückt. Drinnen riecht es nach Tannenzweigen und nach Schokolade.

Mürbeteig hat sie angerührt. Puderzucker und bunte Streusel stehen parat. Kleine Keramikschüsseln sind bis an den Rand hin gefüllt mit Gummibärchen, Smarties, Dominosteinen und Nüssen. Birgit Claussen hat ihre Kochwerkstatt direkt am Ufer der Flensburger Außenförde für einen Tag zur Weihnachtsbäckerei umfunktioniert.  

Wo sonst die Großen in Gruppen gemeinsam kochen, binden sich heute Louisa (5), Ellie (8), Johannes (7) und Henrik (7) die Schürzen um. Birgit Claussen kocht und bäckt von Berufs wegen und sie ist ein richtiger Profi. Heute steht für sie „Plätzchenbacken mit Kindern“ in ihrem vollen Terminkalender und gern gibt sie ihr Wissen weiter. „Ganz wichtig beim Backen ist, dass man sich genau ans Rezept hält. Anders als beim Kochen darf hier nicht getrickst werden“, setzt sie die oberste Regel fest.

Den Teig hat sie schon vor Stunden vorbereitet. „Egal welchen Plätzchenteig man ausrollt, er muss ordentlich auskühlen, sonst bleibt er am Nudelholz kleben“, erklärt die Fachfrau, während sie reichlich Mehl auf der weißen Arbeitsplatte verteilt. Bevor es für die angehenden Plätzchenbäcker an die Arbeit geht, heißt es für die Vier erst einmal ordentlich Hände waschen, und zwar mit Seife.

In der Zwischenzeit heizt Birgit Claussen den Ofen auf 160 Grad vor und schneidet das Backpapier zurecht. Gut auch, dass die Fachfrau nicht an der Deko gespart hat, denn die ersten Knusperperlen und Gummibärchen sind bereits zweckentfremdet und aufgegessen worden. „Also immer ein wenig mehr einkaufen“, rät sie. Nicht zu dick und nicht zu dünn wird der Teig nun ausgerollt. Dann geht es für die jungen Backmeister endlich ans Ausstechen. „Das macht am allermeisten Spaß“, findet Henrik. Tanne, Stern, Nikolaus und Rentier wandern jetzt aufs Backblech. Für die bunte Deko kommt mit einem Pinsel noch eine dünne Schicht verrührtes Ei über die Rohlinge. „Schokoladenstreusel erst nach dem Backen dekorieren, die schmelzen sonst“, mahnt Birgit Claussen.

Normalerweise reiche eine Backzeit von acht bis zehn Minuten schon aus. „Hängt allerdings auch von der Leistung des Ofens ab“, ergänzt die Fachfrau. Zu lange sollten Kekse nicht backen, sonst werden sie trocken und schmecken nicht mehr. Das erste Blech ist im Ofen und weiter geht es mit  Vanillekipferl – dem Klassiker unter den Weihnachtsplätzchen. Auch hier gilt die Devise: gern ein klein wenig mehr Teig nehmen. „Sonst brechen sie auseinander“, ergänzt Birgit Claussen. Nun werden kleinen Hörnchen daraus geformt. „Gar nicht so einfach“, stellt Johannes fest. Doch bereits nach der zweiten Lage haben die Vier den Bogen raus. Noch kurz in Puderzucker wenden, Ofenklappe auf und auch das nächste Blech ist drin. Sind Plätzchen und Co. fertig gebacken, sollte man sie gleich vom Blech nehmen. „Sonst backen sie  noch nach und werden dunkel“, sagt Birgit Claussen.

„Frisch gebackene Plätzchen sollte man auf jeden Fall ordentlich auskühlen lassen, bevor man sie in die Dose packt.“ Besser sei es auch, die Sorten nicht zu mischen. Denn lagern verschiedene Sorten in einer Dose, werden sie schneller weich und nehmen den Geruch vom Neben-Plätzchen an. „Schließlich möchte man ja keinen Aromenmix haben“, stellt die Fachfrau fest. Außerdem sollte man die Lagen zwischen den Plätzchen möglichst mit Backpapier trennen. 

Jetzt geht es für Ellie, Louisa, Henrik und Johannes an die Kekshäuschen. „Die sehen niedlich aus, sind einfach zu machen und eignen sich später auch hervorragend als Geschenk für Oma und Opa“, weiß Birgit Claussen, die selbst Mama ist.

Ganz wichtig ist der „Kleister“. Dafür verrührt der Backprofi 250 Gramm Puderzucker mit vier Esslöffeln Zitronensaft. „Der Zuckerguss darf nicht zu flüssig sein, sonst hält er nicht“, erklärt sie. Keks Eins wird zum Fundament, Kekse Zwei und Drei zu den Seitenwänden und ein halber Keks zum Dach. Statt Butterkeks können übrigens auch Spekulatius als Baumaterial genommen werden.

Angenehme Stille herrscht in der Kochwerkstatt, denn Konzentration ist jetzt gefragt. Mit Fingerspitzengefühl und Vorsicht verteilt jedes Kind den Kleister an und zwischen den Wänden. „Das hält ja wirklich“, stellt Ellie mit Begeisterung fest. Als Stütze dienen zudem zwei Dominosteine. Das Haus steht und nun ziehen die Bewohner in Gestalt von zwei Gummibärchen ein. 

Mit Mandeln, Haselnüssen, Schokoraspeln, Rosinen und Smarties werden die Außenwände kreativ verziert. Am Schluss lässt es Birgit Claussen kräftig schneien. Durch ein Sieb hindurch darf jeder Kekshaus-Besitzer reichlich Puderzucker über das Dach verteilen. „Am besten man legt vorher ein sauberes Küchentuch darunter“, so der Tipp an die Erwachsenen.  Ist der Kleister erst einmal getrocknet, werden die Kekshäuschen in Klarsichtbeutel verpackt, dieser mit einer Schleife verschlossen und fertig ist das Mitbringsel.

Ellie, Louisa, Henrik und Johannes sind mit ihren Ergebnissen rundum zufrieden. Jetzt zündet Birgit Claussen Kerzen an, füllt warmen Kakao in die Tassen der kleinen Zuckerbäcker, setzt frischen Kaffee für die Großen auf und verteilt Kekse und Plätzchen auf bunten Tellern –Weihnachten kann kommen. 

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