Fremdenfeindlichkeit : Hetze in Collenburger Straße?

Die Sammlung mit Texten aus D-Mark-Zeiten zielt auf die Angst vor Fremden ab.
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Die Sammlung mit Texten aus D-Mark-Zeiten zielt auf die Angst vor Fremden ab.

In einem Mehrfamilienhaus soll eine Collage alter Artikel die Angst vor Asylbewerbern schüren.

shz.de von
11. März 2015, 10:56 Uhr

Im Sozialausschuss berichtete Bürgermeisterin Kristina Franke von „hetzerischen Handzetteln“, die in der Collenburger Straße verteilt worden seien und schlechte Stimmung gegen Asylbewerber schürten. Auch im Rathaus kämen erste kritische Stimmen an. Neulich hätte eine ältere Dame geäußert, sie fühle sich durch vier Männer anderen Aussehens in ihrer Nachbarschaft bedroht. „Ich finde das bedenklich. Escheburg (Brandanschlag auf Wohnhaus einen Tag vor Einzug von Asylsuchenden; die Red.) liegt so fern, denken wir. Doch eine solche Haltung ist auch in Glücksburg zu finden.“

Ein Einwohner mahnte den Ausschuss: „Wir müssen Repressionen in der Straße sehr ernst nehmen. Wie reagieren wir darauf?“ Ein öffentliches Bekenntnis der Stadtvertreter in Zusammenarbeit mit der Presse erachtete Michael Schulz, Vorsitzender des Ausschusses, für notwendig. Burckhard Repenning (Stadtvertreter, LWL) forderte: „Wir können alle dazu beitragen, indem wir uns draußen artikulieren.“

Ergebnis der Recherche: Die vier bedrohlich wirkenden Männer sind einer Verwaltungsmitarbeiterin zufolge ausländische Arbeitskräfte. Eine Stichproben-Umfrage bei Anwohnern der Collenburger Straße ergab, dass das Din-A-4-Blatt vor einigen Wochen nur in einem Mehrfamilienhaus verteilt worden sein muss. Der Polizei lag dazu kein Hinweis vor.

Die Integrationslotsin Brigitte Suhr hat bisher überhaupt keine Anfeindungen gegenüber Asylsuchenden erlebt.

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