zur Navigation springen

Langballig : Hellwach trotz einer großen Anreise

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Frauen-Trios aus Skandinavien und Polen begeisterten das Publikum beim Folk-Baltica-Konzert im Landschaftsmuseum Angeln.

Langballig | Zwei weibliche Trios, die am Sonnabend im Rahmen von „Folk Baltica“ im Landschaftsmuseum Angeln auftraten, begeisterten das Publikum im vollbesetzten Stallteil des Marxenhauses. Für die drei jungen Frauen aus Dänemark, Norwegen und Schweden mit dem passenden Namen „Fru Skagerrak“ war es die Deutschland-Premiere. Sie trugen skandinavische Folk-Musik in modernem Gewand vor und spielten dabei auf verschiedenen Geigen und Flöten. Bei einem a cappella vorgetragenen Lied sangen sie in allen drei Muttersprachen. Dabei ging es um eine Ehrung des „Snaps“ und darum, wie er mehr oder auch weniger gut tut.

Die zahlreich anwesenden dänischen Besucher quittierten die inhaltlichen Aussagen mit viel Gelächter. Bei anderen, zum Teil von den drei Musikerinnen selbstkomponierten Stücken ging es um eine „Post Festival Depression“ oder bei „The greatest sorrow“ (Die größte Betrübnis) um eine traurig endende Liebe.

Das diesjährige Festival-Motto lautet: „Die große Reise.“ Die polnischen Gruppe „Sutari“ wurde unfreiwillig zu einem guten Beispiel für dieses Motto. Am Freitag musste das erste Flugzeug wegen technischer Probleme nach Warschau zurückkehren. Das zweite konnte nicht in Hamburg landen, weil der Flughafen wegen eines Unwetters am Abend gesperrt war, und wurde nach Stettin umgeleitet. Nach vier Stunden Schlaf reiste das Trio mit dem Zug nach Hamburg. Dort abgeholt, gab es noch einen Stau auf der Autobahn.

Aber zehn Minuten vor der festgesetzten Zeit waren die drei Polinnen vor Ort und legten gleich hellwach einen temperamentvollen Start hin. Wie bei dem ersten Trio moderierten sie in englischer Sprache wechselweise ihr Programm selbst. Bei ihren Liedern ging es „about the girls and the boys“, um ein zu enges Hochzeitskleid und um den Sommer, die Zeit für die Liebe. Neben Geige, Trommel und Basetla, einer Art fünfsaitiges Cello, kamen auch durchaus ungewöhnliche Instrumente zum Einsatz: Handmixer, Reibe und Schneidebrett mit Messer. Passend dazu gab es das „Küchenlied“. Nach dem „Rat einer Mutter an den Sohn“ endete das Programm mit einem Lied in polnisch-jüdischer Musiktradition.

Die beiden Frauen-Trios überzeugten neben ihrer Musik mit viel Originalität und erhielten von den Zuhörern lang anhaltenden Applaus. Bei der Begrüßung hatte Museumsleiterin Inga Latendorf den örtlichen Zusammenhang aufgezeigt. „Folk-Musik in einem Volkskundemuseum ist absolut passend!“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen