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Helios konzentriert Multiple-Sklerose-Behandlung in Schleswig

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erstellt am 29.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Plötzlich spürte sie die rechte Körperhälfte nicht mehr, wenig später sah sie alles in Grün. Als schließlich im Schleswiger Krankenhaus die Diagnose Multiple Sklerose (MS) gestellt wurde, habe es ihr den Boden unter den Füßen weggezogen, sagt die Patientin Dr. Valda Wohlfahrt. Das war 2007. Seither wird die 35-jährige studierte Psychologin aus Lettland, die vor 13 Jahren nach Deutschland gekommen war, regelmäßig im Schleswiger Krankenhaus behandelt. Dort sollen jetzt weitere Kompetenzen gebündelt werden. In der neurologischen Abteilung am Helios-Klinikum soll eine zentrale Behandlung für MS-Erkrankungen angeboten werden. "Noch im Juni wird sich der Multiple-Sklerose-Schwerpunkt der Damper Ostseeklinik in unsere neurologische Abteilung verlagern, wo wir seit vielen Jahren über eine gut etablierte MS-Spezial-Ambulanz verfügen", kündigt Chefarzt Professor Dr. Karsten Schepelmann an. Dadurch werde die Versorgung von MS-Kranken weiter verbessert. Jedoch finden Reha-Maßnahmen für neurologische Patienten weiterhin in Damp statt.

Helios-Geschäftsführer Florian Friedel, betont, er freue sich darüber, dass sich am Schleswiger Klinikum das gesamte Behandlungsspektrum für Patienten mit neurologischen Erkrankungen sowie eine Abteilung für neurologische Frührehabilitation befindet. Mit diesem neu gelegten Schwerpunkt auf MS-Erkrankungen möchte man ein "stimmiges Gesamtkonzept" erreichen.

In einem ständigen Informationsaustausch befinden sich nach Schepelmanns Worten nunmehr die Akut-Neurologie Schleswig, die neurologische Rehabilitation in Damp und die Fachpflege Schleswig. Mit diesem Konzept strebe man an, die neurologischen Patienten bestmöglich helfen zu können. Mehr als 300 Krankheitsfälle pro Jahr werden in der Abteilung behandelt.

Multiple Sklerose ist nicht heilbar. Die Krankheit lässt Betroffene ein Leben lang nicht los. Um diese Erkenntnis für sich selbst zu verinnerlichen, habe es viel Zeit gebraucht, sagt Valda Wohlfahrt. Etliche Rückschläge habe sie bereits hinnehmen müssen. Etwa als sie erfuhr, dass ihre Sehnerven durch Entzündungsherde geschädigt sind. Seither ist ihre Sehkraft eingeschränkt, was sie als besonders bitter empfindet: Weil ihr - mal mehr, mal weniger - die körperliche Fitness für viele Dinge fehlt, hatte Valda Wohlfahrt ihre Aktivitäten auf das Malen konzentriert, einiges davon sogar in Ausstellungen präsentiert. "Das ist vorbei", sagt sie.

Welche Medikamente, welche Dosis, welche Therapie - mittlerweile ist Valda Wohlfahrt Fachfrau in eigener Sache, kennt Wirkung und Nebenwirkung der unterschiedlichen MS-Medikamente sehr genau. "Das ist auch die Kunst in der Behandlung von MS-Erkrankungen - abzuwägen zwischen Risiken und Nutzen der Medikamente, eben eine gute abgestufte Therapie zu finden ", betont Professor Schepelmann. Das könne nur in Zusammenarbeit von Patient, Arzt, Physiotherapeuten geschehen.

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