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Vor und Nach Trennung : Helfen, wenn die Eltern auseinander gehen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Erziehungsberatungsstelle Flensburg bietet neue Kurse für getrennte lebende Eltern und deren Kinder an.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | Wenn Vater und Mutter am Scheideweg stehen, ist dies nicht nur für Kinder eine belastende Situation. Auch die fortan getrennt lebenden Eltern müssen die ungewohnte Lage bewältigen und benötigen dabei oft genug Hilfestellung. Deshalb geht auch die städtische Erziehungsberatungsstelle neue Wege.

Zusätzlich zum bestehenden Angebot der „Trennungskindergruppe“ werden ab 17. Februar (18.30 bis 21.30 Uhr) zwei Elterngruppen eingerichtet. „Es geht darum, die gesamte Familie in dieser Phase zu stärken“, erläutert Jörg Damberg, Leiter der in der Norderstraße ansässigen Einrichtung. Er und seine fünf Mitarbeiter wollen an drei Beratungsabenden Eltern dahingehend stärken, auch nach einer Trennung gemeinsam für eine gute Entwicklung ihrer Kinder zu sorgen. Man müsse auch die konfliktbeladenen Erwachsenen für Lösungen sensibilisieren.

„Häufig verhalten sich Eltern nicht in dem Sinne“, so die Erfahrung Dambergs, „wie wir uns das wünschen.“ Insofern soll an den Treffen vermittelt werden, wie es gelingen kann, das eigene Kind zu entlasten, gleichzeitig aber auch eine eigene Lebensperspektive zu entwickeln. Der direkte Austausch zwischen den Erwachsenen, die ähnlich gelagerten Erfahrungen erweisen sich dabei als hilfreich. Die Einteilung in zwei verschiedene Gruppen, die jeweils von einem Elternteil besucht werden, soll gewährleisten, dass die ehemaligen Partner konfliktfrei wieder in Kontakt treten können. Acht Teilnehmer pro Gruppe sind vorgesehen, die Leitung hat ein erfahrenes, paritätisch besetztes Zweierteam.

„Es kann für Eltern anstrengend sein, aber es ist ein Energieaufwand, der sich lohnt“, sagt Jörg Damberg, der auf regen Zulauf hofft. Nicht nur deshalb, weil das Angebot kostenlos ist. Der Wunsch nach einer Selbsthilfegruppe sei schon wiederholt laut geworden. Eine verbindliche Teilnahme ist absolute Voraussetzung. „Wir wollen keinen Platz verschenken.“

Die Kindergruppe für jene, die von Trennung und Scheidung betroffen sind, richtet sich an Neun- bis Zwölfjährige. Sie ist ab 15. Februar (16 bis 17.45 Uhr) auf insgesamt acht Treffen ausgelegt. Hier sollte das Kind nach wie vor Kontakt mit beiden Elternteilen haben. „Ein ganz wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass sich Kinder schuldig fühlen, dass es so weit gekommen ist“, sagt Sozialpädagogin Kirsten Groth. Das unter Schweigepflicht stehende Team will den Betroffenen helfen, die neue Situation besser verarbeiten zu können.

Die Beratungsstelle ist grundsätzlich offen für Kinder und Jugendliche bis zu 21 Jahren. Egal, ob es um Mobbing geht oder suizidale Gedanken. „Sie brauchen keine Eintrittskarte vom Jugendamt“, sagt Jörg Damberg. „Jeder kann anrufen und bekommt einen Termin.“




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