Hochsommer in der Stadt : Heiß – heißer – Flensburg

Trinken ist an solchen Tagen besonders wichtig: Skipper auf seinem Segelboot an der Hafenspitze.
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Trinken ist an solchen Tagen besonders wichtig: Skipper auf seinem Segelboot an der Hafenspitze.

Temperaturen bei rund 32 Grad sorgen für volle Strände – und das TBZ sucht Unterstützer bei der Wässerung

shz.de von
25. Juli 2018, 07:02 Uhr

Der Sommer erreichte gestern in der Stadt seinen ersten Höhepunkt: Mit Höchsttemperaturen rund um 32 Grad wurde die 30-Grad-Hürde locker genommen.

Die Strände

Wer konnte, suchte Abkühlung an den Badestränden rund um die Förde, wobei das Wasser durch die anhaltend warmen Temperaturen die 20-Grad-Marke überall übersprungen hat: Am Glücksburger Hauptstrand Sandwig meldete die DLRG im Wasser Mittelmeer-Temperaturen von 26 Grad bei 30 Grad Lufttemperatur. Kühler war das Messergebnis am Strand von Solitüde bei 27 Grad (Luft) und 21 Grad (Wasser). Besonders heiß wurde es in Holnis: Am Strand von Drei wurden 33 Grad Außentemperatur und 24 Grad im Wasser gemessen. In Wassersleben, Holnis und Sandwig sichteten die DLRG-Rettungsschwimmer vereinzelt Feuerquallen im Badebereich.

Wer mit dem Auto zum Strand fährt, sollte früh kommen – oder gute Nerven mitbringen. Auf den Parkplätzen vor Wassersleben kämpften die Fahrer gestern Mittag um jeden Zentimeter. Bei der Parkplatzsuche erfolgreich war Familie Horn aus Berlin, die für zwei Wochen in Flensburg Urlaub macht. Mit einem kleinen Zelt und Sonnenschirm bewaffnet, machten sie es sich auf dem warmen Sand bequem. „Wir dachten, dass wir in den Norden kommen und es hier etwas kühler ist“, meint Alexandra Horn, „jetzt ist es uns fast zu heiß. Das haben wir so nicht erwartet.“ In Wassersleben kletterten die Temperaturen gestern auf 28 Grad (Luft) bei 21 Grad (Wasser).

Weniger Strandgäste als in Wassersleben tummelten sich mittags am Ostseebad. Ihren freien Tag nutzten die Flensburgerinnen Jacqueline Kellers und Jaqueline Frenzel. „Das Wetter können wir hier gut ausnutzen“, freut sich Frenzel. Familie Ali ist hohe Temperaturen gewohnt: „Sonst machen wir Sommerurlaub in der Heimat Algerien, aber jetzt geht das auch hier“, sagt der Vater.

Freibad Weiche

Besonders profitiert das Freibad Weiche von den sommerlichen Temperaturen. „Letztes Jahr hatten wir noch einen Umsatzverlust von 30 Prozent“, schildert Bademeister Uwe Quaas. Dieses Jahr sieht das anders aus: Der Ansturm sei jeden Tag aufs Neue groß, weshalb immer in Zweierbesetzung für Sicherheit gesorgt werden müsse. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Ferienschwimmen: „Über 300 Schüler haben sich angemeldet“, sagt Quaas.

Grün-Wässerung

Das Technische Betriebszentrum bewässert seit Tagen die annährend 7000 Straßenbäume der Stadt. Da die gesamte Grünpflegeabteilung wegen der Trockenheit kaum etwas zu tun hat, seien alle Mitarbeiter zur Bewässerung der Grünflächen abgestellt worden, berichtet TBZ-Sprecher Geoffrey Warlies. Außerdem stünden ihnen die Klärwerke mit Saug- und Spülwägen zur Seite. Seit einigen Tagen ist auch die Freiwillige Feuerwehr mit an Bord. Mitarbeiter der Europa-Uni bewässerten gestern Mittag ebenfalls Bäume auf dem Campus.

Die Grünpflegeabteilung schiebt bereits Tag für Tag Überstunden, trotzdem reiche das nicht aus, schildert Warlies. Er ruft deshalb die Einwohner Flensburgs auf, bei der Bewässerung mitzuhelfen: „Es bringt nichts, die Bäume jeden Tag mit ein bisschen Wasser zu gießen. Besser ist es, zweimal die Woche mit fünf bis acht Gießkannen zu wässern.“

Getränke-Absatz

Durch die hohen Temperaturen steigen die abgesetzten Getränkemengen der Discounter und Supermärkte in Flensburg an. „Wir verkaufen natürlich mehr Wasser und Bier“, heißt es bei Aldi. Bei Sky fürchtet man mögliche Liefer- und Pfandengpässe, wenn der Verbrauch weiter ansteigt. Die Versorgung der Kunden sei aber gewährleistet. Andreas Tembrockhaus von der Flensburger Brauerei bestätigt Leergut-Knappheit: „Unsere klassischen Biersorten Pils, Edles Helles, Dunkles und Radler können aber ganz normal geliefert werden.“ Bei Malz- oder Kellerbier könne es zu Problemen kommen.

Gesundheit

Die Zentrale Notaufnahme der Diako stellte trotz der Hitze bis zur Mittagszeit keine auffallende Zunahme an Notfällen fest.

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