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Oldtimer in Flensburg : Heiß geliebtes altes Blech

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Boxenstopp und Startpunkt einer Sternfahrt nach Neumünster

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 12:11 Uhr

Mal röhrendes Vollgas vom großkalibrigen V8-Motor, mal leises Geknatter vom Zweitakter mit zwei Zylindern – am Sonnabend atmete das Firmengelände von Ford Nehrkorn in Flensburg Benzin, historisch leicht angehaucht. Etwa 40 Fahrzeuge mit viel Geschichte auf dem Blech legten dort im Rahmen einer Sternfahrt einen Boxenstopp ein. Ihr Ziel: Neumünster und die dortigen 5. Klassiker-Tage.

Flensburg war einer der acht Startpunkte, von denen sich die Teilnehmer aus Stadt und Region auf den Weg machten – manche mit aufheulendem PS-Gedröhn, sonst eher mit zurückhaltendem Vortrieb.

So auch Hans-Otto Juhl aus Großsolt. Mit einem Mercedes Benz 170 S B-Cabrio bewegte er einen echten Klassiker, der trotz seiner bald 70 Jahre (Baujahr 1949, vier Zylinder, 52 PS) in bestem Zustand glänzte. „Den habe ich als junger Mann gekauft und wurde dafür oft verspottet. Jetzt sind wir zusammen alt geworden, aber nur das Auto sieht immer besser aus“, sagte der Kfz-Mechaniker, der seinen Oldtimer seit 47 Jahren liebevoll selbst wartet und perfekt pflegt. Dadurch stellt er eine echte Wertanlage dar, die bei einem Ursprungspreis von 12  500 Mark von der Versicherung auf 140 000 Euro taxiert wird.

Unter den zahlreichen Oldtimern waren viele „alte Bekannte“: Mehrere Mercedes Sportcabrios, eine Ente 2 CV, ein VW T 2, ein MG, ein Peugeot 205 XR. Außerdem zwei rasante Ford Mustang, einer Baujahr 1965 mit 200 PS, mit dem Thomas und Jane Reich aus Weesby unterwegs waren. Ein weißes Porsche Cabrio Vintage 356 Speedster von 1964, weiß-rot gestaltet, fiel mit entsprechend bunt gekleidetem Best Ager-Paar auf, die mit Porsche untypischen 44 PS und zahmem Käfer-Klang vom Platz düsten.

Echte Sympathieträger waren Kaike und Heinrich Schober von Sylt. Sie liefen mit einem original Goggomobil T 250 Baujahr 1959 ein, das mit 13,6 PS auf maximal 70 Kilometer pro Stunde beschleunigt. „Wir bewegen den Oldie aus reiner Freude am Fahren, gerne mal ein Stündchen nach der Arbeit“, sagte das Paar, das sich wie früher üblich auf den Vordersitzen kompakt sitzend sehr nahe kommt. Wie andere Pkw auch wurde der Goggo mit nach vorn öffnenden Türen produziert, so genannten „Selbstmördertüren“. Reizvoll kleine Kunststoffstäbe an den vorderen Kotflügeln, die kaum Sinn ergeben, aber wie so viele längst vergangene andere Details ein schön-nostalgisches Gefühl der bundesdeutschen automobilen Gesellschaft widerspiegeln.

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