Hausbesetzung beendet

Das Mehrfamilienhaus in der Burgstraße 36 soll in den nächsten Monaten saniert werden.
Das Mehrfamilienhaus in der Burgstraße 36 soll in den nächsten Monaten saniert werden.

Die Besetzer haben ein Mehrfamilienhaus in Flensburg wie vereinbart am Wochenende verlassen

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02. Dezember 2019, 15:16 Uhr

Duburg | Die Transparente an der Hausfront sind verschwunden, nichts erinnert mehr an die Hausbesetzung in der Flensburger Burgstraße 36. Wie angekündigt haben die Demonstranten am Wochenende das Mehrfamilienhaus nach einer rund zweimonatigen Besetzung geräumt. „Wir sehen die Erfolge der Besetzung darin, dass die Spekulation mit Wohnraum und das Problem der Wohnungsnot wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind“, teilen die Protestler in einer Pressemitteilung mit. Der Flensburger Investor Christian Schäfer möchte das marode Haus in der Burgstraße 36 umfangreich sanieren und hier bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das brachliegende Grundstück nebenan soll für den Bau einer neuen Heimat des Kinderschutzbundes genutzt werden. Nach der Besetzung war es zu mehreren Gesprächen zwischen der Stadt Flensburg und den Demonstranten gekommen.

Oberbürgermeisterin Simone Lange zeigte sich erfreut über das Ende der Besetzung: „Dies zeigt, dass es richtig war, den Dialog zu führen. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, bleibt natürlich ganz oben auf unserer Prioritätenliste.“

In dem Mehrfamilienhaus in der Burgstraße 36 wird derzeit nur noch eine Wohnung genutzt. Ein Teil der übrigen Räume wurde von den Besetzern eingenommen. Hier verfügten sie teilweise über Stromanschlüsse. Die Rechnung wird zunächst der städtische Sanierungsträger bezahlen müssen, dem das Gebäude aktuell noch gehört. In Kürze soll es an Investor Schäfer verkauft werden.

Man stehe dem Bau einer Kita sowie der Sanierung der maroden Wohnungen positiv gegenüber, teilen die ehemaligen Besetzer mit. „Sowohl die politischen Entscheidungsträger als auch der Investor werden sich unter den Augen der Öffentlichkeit nun an ihren Zusagen messen lassen müssen, denn die Problemlage ist damit bei weitem noch nicht entschärft.“ Die Zusage der Stadt, eine erneute Wohnungsmarktanalyse noch im ersten Quartal des neuen Jahres in Auftrag zu geben, könne für politische Antworten auf die derzeitige und zukünftige Problemlage sorgen.

„Auch wenn die Stadt weiterhin der Meinung ist, dass der Verkauf von städtischem Eigentum an private Investoren eine gute Idee sei, steht die deutliche Kritik an dieser Vorgehensweise im Raum, die von vielen Menschen in Flensburg geteilt wird“, so die ehemaligen Besetzer. Rund um die Hausbesetzung hatte es in der Kommunalpolitik erheblichen Streit gegeben. Die CDU kritisierte die Gespräche zwischen der Verwaltung und den Besetzern. Bei den Grünen begrüßte man den Dialog, während sich wiederum Teile der Linkspartei mit den Besetzern solidarisierten.

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