B200 bei Handewitt : Haurup-Hoffnung: Eine Ampel für die „Todeskreuzung“

Bürgermeister Thomas Rasmussen ist erleichtert: Bis Ende 2019 soll an der Kreuzung Haurup-Hoffnung eine Ampel stehen.
Bürgermeister Thomas Rasmussen ist erleichtert: Bis Ende 2019 soll an der Kreuzung Haurup-Hoffnung eine Ampel stehen.

Das Verkehrsministerium stellt die Weichen für eine Ampelanlage in Haurup-Hoffnung, wo der Oeverseering die B200 kreuzt.

shz.de von
09. August 2018, 12:00 Uhr

Handewitt | Die Situation in Haurup-Hoffnung, wo der Oeverseerring (L96) die Bundesstraße 200 kreuzt, lag den Kommunalpolitikern schon länger schwer im Magen. Dort registrierte die Statistik drei Unfälle 2016, sogar sechs 2017. Ungezählt sind die vielen gefährlichen Beinah-Crashs nach riskanten Aktionen der Verkehrsteilnehmer. Im Februar 2017 hatte die Handewitter Gemeindevertretung eine Resolution auf den Weg gebracht, die an dieser Stelle einen Kreisverkehr einforderte. Nun tut sich etwas: Anfang Juli kam Post vom Kieler Verkehrsministerium: In Haurup-Hoffnung soll eine Ampel installiert werden.

Das Ministerium nennt einen Zeitplan: Derzeit bereitet der Landesbetrieb für Verkehr den Vertrag mit einem Ingenieurbüro vor. Die Verkehrsexperten sollen die genaue Taktung der Rotphasen und die Lage der Ampelmasten ausloten. Danach werden die für die Bauvorbereitung erforderlichen Unterlagen erarbeitet. „Diese Arbeiten werden im April 2019 abgeschlossen sein“, erklärt Pressesprecher Harald Haase. „Nach Ausschreibung und Vergabe der Maßnahme ist dann eine Fertigstellung der Anlage für den Oktober 2019 einzuplanen.“

Autofahrer unterschätzen Verkehr auf der B200

Auch wenn er sich bis zur endgültigen Fertigstellung noch etwas gedulden muss, fällt Thomas Rasmussen bereits jetzt ein Stein vom Herzen. „Seit vielen Jahren sind wir dran, um in Haurup-Hoffnung die Situation zu entschärfen und zu verbessern“, sagt Handewitts Bürgermeister. In seinen Sprechstunden hätten Anwohner oft über riskante Manöver auf der Bundesstraße berichtet. „Die auf dem Oeverseering zum Teil lange wartenden Autofahrer“, erklärt Rasmussen, „überschätzen manchmal die Größe der Lücken in der Autoschlange und unterschätzen die Geschwindigkeit des Verkehrs auf der B200.“ Die Folgen: scharfes Bremsen und manchmal Kollisionen.

Weiterlesen: Mit Angst auf die „Todeskreuzung“

Die Zustände an diesem neuralgischen Punkt sind nichts Neues. Im vergangenen Jahrzehnt hatte es – verstärkt nach einem tödlichen Unfall – Bemühungen um eine Entschärfung der Kreuzung gegeben. 2008 wurden an den Einmündungen des Oeverseerings Stoppschilder aufgestellt. Mehr tat sich nicht, da Ministerium und Landesbetrieb für Verkehr aus den vorliegenden Verkehrszählungen keine weiteren Maßnahmen ableiteten.

Kreisverkehr zu großes Hindernis

Im Februar 2017 formulierte die Gemeinde Handewitt eine Resolution, die allerdings am damaligen Verkehrsminister Reinhard Meyer abprallte. Nach dem Kieler Regierungswechsel rollte Thomas Rasmussen das Handewitter Anliegen neu auf. Er stellte alte Zählungen von 2005 und 2015 zusammen und ließ sie von einem Neumünsteraner Verkehrsplaner bewerten. Rasmussen: „Wir hatten zwar keine Daten für Haurup-Hoffnung, sondern nur für andere Punkte auf der B200. Unsere Zahlen deuteten aber an, dass die Leistungsfähigkeit der Kreuzung nicht mehr ausreichend sein würde.“

Die Argumentation hat den neuen Verkehrsminister Bernd Buchholz zumindest nachdenklich gestimmt. Er ordnete eine neue Verkehrszählung an. Das Ergebnis legte eine Lösung mit Ampel nah. Aber warum gibt es keinen Kreisel? „Ein Kreisverkehrsplatz würde den auf der B200 laufenden dominanten Verkehrsfluss kontinuierlich stören“, erklärt Harald Haase. Außerdem sei die Bundesstraße eine bevorzugte Route für den Schwertransport, ein Kreisel folglich ein „erhebliches Hindernis“.
 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen