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Gewerbegebiet Schleswig-Schuby : Harry-Brot in der Warteschleife

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Bäckerei-Unternehmen kann noch nicht im Gewerbegebiet Schleswig-Schuby bauen, denn derzeit ist kein Generalunternehmer zu finden.

von
erstellt am 24.Mai.2017 | 16:30 Uhr

Schuby | Die Warteschleifen-Musik der Harry-Brot-Zentrale in Schenefeld strahlt Humor und lässige Reggae-Gelassenheit aus. Da verkürzt das dänische Pop-Duo „Laid Back“ die Wartezeit am Telefon mit dem Titel vom „Bakermann“, der gerade Brot backt. Das passt, sobald aber jemand am anderen Ende den Telefonhörer abnimmt, ist Schluss mit der Urlaubsstimmung – der Anrufer spürt schnell, dass bei Harry Hochbetrieb herrscht.

Claus-Dieter Pöhls ist in der Großbäckerei als Bauingenieur unter anderem für neue Standorte zuständig. Er kennt die Frage schon, ehe sie gestellt ist: Warum hat das Unternehmen nicht längst mit dem Bau seines neuen Logistik-Zentrums im Gewerbegebiet Schleswig-Schuby begonnen. Schließlich hat das Unternehmen sich dort bereits vor einem knappen halben Jahr ein 12  500 Quadratmeter großes Gelände gesichert. Pöhls redet nicht lange drum herum. „Die Baugenehmigung liegt seit etwa zwei Monaten vor. Wir würden gern mit dem Bau beginnen, können aber zurzeit noch nicht.“ Die Begründung ist ebenso einleuchtend wie erstaunlich: „Die Baubranche boomt offensichtlich. Das ist zwar prinzipiell positiv, hat aber dazu geführt, dass es uns noch nicht gelungen ist, einen Generalunternehmer für unser Projekt zu finden.“

Wann mit dem Baubeginn gerechnet werden könne, wollte Pöhls dann auch nicht voraussagen: „Zurzeit bin ich dabei, Einzelgewerke zu vergeben. Die Vorbereitungen laufen also. Wann sich alles zusammenfügt, kann ich allerdings nicht sagen.“

Die Bäckerei aus Schenefeld ist bisher das einzige Unternehmen, das einen Kaufvertrag für ein Areal in dem neuen Gewerbegebiet unterzeichnet hat. An dem Standort soll ein Verteilzentrum für die Backwaren entstehen, das die Harry-Niederlassung in Tarp ersetzt. Dort will sich der große Nachbar „Trixie“, ein international tätiges Unternehmen für Heimtierbedarf, erweitern. Weil diese Pläne das Harry-Logistikzentrum stark beengen würden, hat sich die Geschäftsführung für Schuby als Alternative entschieden. Allen 24 Mitarbeitern wurde angeboten, künftig eine Autobahnabfahrt weiter südlich zu arbeiten.

So groß die Probleme von Harry-Brot bei der Umsetzung ihrer Pläne auch sein mögen – es scheint dennoch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auf dem Riesengelände die ersten Bauarbeiter anrücken. Damit würde zumindest ein wenig Druck vom Zweckverband genommen. Der Zusammenschluss aus 22 Gemeinden und der Stadt Schleswig betreibt das Gewerbegebiet. In einigen Gemeinden war zuletzt Ungeduld spürbar geworden, weil die Vermarktung offenbar nicht reibungslos lief. Michael Otten versucht, den Unmut zu relativieren. „Es gibt viele interessante Anfragen“, sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises am vergangenen Montag vor dem Hauptausschuss der Stadt Schleswig. Es geben keinen Grund für Nervosität.

Neben Harry-Brot wird bereits seit einem Jahr ein zweiter Name als fester Kandidat für eine Ansiedlung im Gewerbegebiet Schuby gehandelt: Das Gartenbauunternehmen Dieter Schnoor aus Hüsby. Ende vergangenen Jahres scheiterte die Unterschrift unter dem Kaufvertrag daran, dass ein Teil des Grundstücks, auf dem früher Strommasten standen, nicht aus dem Grundbuch ausgetragen werden konnte. Seit gut zwei Wochen aber liegt dem Betrieb nun ein neuer, aktualisierter Kaufvertrag vor, wie Mitinhaber Sven Schnoor bestätigte. Wann unterschrieben und gebaut wird, steht noch nicht fest. Schließlich wird auch die Familie Schnoor einen Generalunternehmer benötigen.

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